Panorama und Aroma
„Vom Karra bis ins Gütle bean i gloufo, d’Füaß himmor weh tau“, das kann ich wohl sagen, auch wenn’s, genau genommen, nicht das Gütle, sondern die Talstation der Karrenseilbahn an der Gütlestraße, und nicht „d’Füaß“, sondern ein zwei Tage anhaltender Muskelkater in den Beinen waren, die mich an den Holstuonar-Song denken ließen.
Nach Mahlzeiten in mittels Seilbahn erreichbaren Panoramarestaurants betrachte ich den Abstieg zu Fuß normalerweise als Verdauungsspaziergang, aber der Karrenweg ist dafür doch zu steil. Es hat schon Sinn, dass es bei der Karrenseilbahn eine Mittagskarte gibt, die zum Menü sowohl die Hin- als auch die Rückfahrt einschließt. Sie gilt von Montag bis Freitag von 11.30 bis 16 Uhr und bietet beispielsweise heute für 13 Euro zwei Tellergerichte zur Auswahl (Rostbraten mit Bohnen und Reis oder Curry-Gemüsenudeln mit Salat), einen Vitalteller (Putenbrust mit Gemüse, 16 Euro) oder den Business-Lunch für 25 Euro (Blattsalat mit Spargel, Putenbrust mit Gemüse und Reis, Erdbeervariation). Samstags, sonntags und an Feiertagen wird von 9 bis 11 Uhr ein Frühstücksbuffet inkl. Berg- und Talfahrt für 19 Euro angeboten, für das man sich im Panoramarestaurant voranmelden muss.
Wer à la carte essen will, findet eine Auswahl, die ein schönes Stück über das Vorarlberger Standardangebot von Schnitzeln, Rindsfilet, Grillteller, Bratwurst, Schüblingsalat und Kässpätzle hinausgeht. Wir hatten das Beef Tatar (14,50), Bregenzwälder Käseknödel mit grünem Salat (11 Euro) und Filet vom Bodenseehecht mit Frühlingsgemüse und Petersilkartoffeln (19,50), alles in sehr guter Qualität. Als ich mich wunderte, dass es zwei Finger dickes Hechtfilet aus Bodensee-Wildfang gibt (auf dem Wochenmarkt sehe ich immer nur kleinere Hechte) und man es komplett entgräten kann (Hechte haben besonders unangenehme kleine Gräten, die zur Erfindung der Hechtnockerl geführt haben), kam Küchenchef Walter Nöckl mit einem ganzen Filet an den Tisch, das, der Größe nach zu schließen, von einem älteren Weibchen stammen musste. Das Fleisch so großer Hechte ist etwas trocken, aber dagegen weiß der Koch ja etwas zu tun. Zum Essen hatten wir Ortolan, zwar nicht die echte Walcholderdrossel, aber eine nach ihr benannte Weißwein-Cuvée. Und wie ist das Panorama? Hier lohnt sich der Blick über den Tellerrand.
Panoramarestaurant Karren, Bergstation, 6850 Dornbirn,
Tel. 05572/54711, Fax -4, www.karren.at, panorama@karren.at,
Betriebszeiten der Seilbahn So bis Do 9 bis 23 Uhr, Fr und Sa 9 bis 24 Uhr.