Ein Plädoyer für den analogen Dialog

Wohin / 01.01.2015 • 15:23 Uhr
Michael Altinger sagt’s in seinem neuen Programm direkt . . . Foto: Veranstalter
Michael Altinger sagt’s in seinem neuen Programm direkt . . .
Foto: Veranstalter

 

Schwarzach. Analoge Bedeutung statt digitaler Wahnsinn heißt die Devise in Altingers neuem Programm „Ich sag’s lieber direkt“. Den VN beantwortete er Fragen zu seiner beruflichen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Sie sind diplomierter Sozialpädagoge, was gab damals die Initialzündung, ins Kabarettfach zu wechseln?

Altinger: Es war eigentlich genau andersrum. Ich wollte schon immer Kabarettist werden und habe aber vorerst Sozialpädagogik studiert, um meine Eltern zu beruhigen. Ein abgeschlossenes Studium bietet eben immer noch mehr Sicherheit, als sich einfach hinzustellen und zu behaupten: So, jetzt bin ich Kabarettist und jetzt schaun wir einfach mal, wie das so läuft.

Könnten Sie sich vorstellen, irgendwann wieder als Sozialpädagoge zu arbeiten?

Altinger: Nein. Ich habe großen Respekt vor allen Menschen, die in sozialen Berufen arbeiten und ich unterstütze soziale Projekte. Aber beruflich bin ich dem gefolgt, was ich immer sein wollte und da gibt’s keinen Weg mehr zurück.

Ihr neues Programm, das Sie im Februar in der Kammgarn in Hard präsentieren, heißt: „Ich sag’s lieber direkt!“. Was genau wollen Sie direkt sagen?

Altinger: Dass die Leute wieder direkt miteinander reden sollen! Quasi ein Plädoyer für den analogen Dialog. Dabei will ich aber die digitale Welt keinesfalls verteufeln. Ich nutze das Internet und profitiere davon. Ich möchte aber auch, dass die Leute reflektierter mit ihren Mitteilungen und ihren Daten umgehen. Dass wir nicht irgendwann unsere Selbstbestimmung komplett verlieren. Wir sind nämlich grad auf dem allerbesten Weg da hin.

Sie gelten als der „ewige Lausbub“ in der Kabarettszene. Warum?

Altinger: Das kann ich selber nicht so genau sagen. Vermutlich liegt es daran, dass ich nach wie vor meiner eigenen Verspieltheit gerne nachgebe und ich den kleinen „Michal“ in mir noch recht gut kenne. Und wenn sich ein lustiger Streich bietet, dann mach ich ihn auch.

Empfinden Sie sich selbst auch als Lausbub?

Altinger: Als einen Lausbub, bei dem schon viel genug danebengegangen ist, so dass man vielleicht sogar von einer gewissen Reife sprechen könnte.

Wie ist der private Michael Altinger?

Altinger: Ein großer Esser, ein Leser, ein Fußballfan und Lustmensch.

Sie haben 2013 Ottfried Fischer in der Sendung „Schlachthof“ abgelöst – wie lautet Ihr Resümee nach diesen gut eineinhalb Jahren?

Altinger: Ich habe mit Christian Springer einen hervorragenden Kollegen an meiner Seite und wir haben eine eigene Sendung geschaffen, die sich von „Ottis Schlachthof“ klar unterscheidet. Wir sind politischer und kleinteiliger geworden. Also insgesamt schneller. Die Sendung hat sich inzwischen gut etabliert, aber wir entwickeln die Sache ständig weiter und probieren immer wieder neue Elemente aus. Das macht’s für mich interessant und spannend.

Wie sehen Ihre beruflichen Pläne für 2015 aus?

Altinger: Ich stehe einige Male vor der Kamera, aber in erster Linie stehe ich sehr viel auf der Bühne und das ist mir das Wichtigste. Und vielleicht schaffe ich’s endlich, dass ich mein Buch zu Ende schreibe.

Zur Person

Michael Altinger

Geboren: 20.11.1970

Wohnort: Wasserburg am Inn

Familienstand: verheiratet

Lebensmotto: Ich bin niemals so wichtig, wie das, wofür ich stehe!

Michael Altinger „Ich sag’s lieber direkt!“. 5. Februar, Kammgarn Hard. Karten: Musikladen (05522/41000), www.musikladen.at