Efendi präsentiert „sehr persönliches Album“

Wohin / 15.10.2015 • 13:27 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
„Roy de Roy“-Sänger Nikolaj Efendi hat sein erstes Soloalbum veröffentlicht. Foto: privat

„Roy de Roy“-Sänger Nikolaj Efendi hat sein erstes Soloalbum veröffentlicht. Foto: privat

„The Red Wine Conspiracy“ nennt sich das erste Soloalbum von Nikolaj Efendi.

Schwarzach. Der Kärntner Slowene, der bisher mit der Balkan-Punk-Band „Roy de Roy“ erfolgreich unterwegs war, macht auf der Release-Tour seines Solo-Debut-Albums nach Luzern, Basel und Zürich nun in der Tankstelle Bregenz Halt. Seine melancholischen Texte werden von einem Sound begleitet, bei dem unterschiedlichste musikalische Richtungen herauszuhören sind: von Klezmer, über Balkan, Swing, Jazz bis hin zum Chanson. Die VN sprachen mit dem Künstler über seine Musik.

Du bist eigentlich Sänger bei „Roy de Roy“ und jetzt erstmals auf Solopfaden unterwegs. Was gab den Ausschlag dazu, ein Soloprojekt auf die Beine zu stellen?

Efendi: Als ich mit „Roy de Roy“ auf Tour war, habe ich als Ausgleich zu den Konzerten immer wieder ruhige, melancholische Lieder geschrieben. Als Ausgleich deswegen, weil das Leben und Livespielen mit „Roy de Roy“ sehr energetisch ist. Irgendwann hatte ich dann recht viele Lieder beisammen und es entstand die Idee, die Lieder auf ein Album aufzunehmen. Ich finde, dieses Album kommt sehr ehrlich rüber, weil die Lieder so unkonzipiert entstanden sind.

In welchem Zeitraum sind die Lieder entstanden?

Efendi: Die sind alle letztes Jahr entstanden, und ich wollte sie eigentlich schon heuer im April präsentieren, aber dann haben wir mit „Roy de Roy“ die USA-Tour geplant und somit ist das Album erst jetzt erschienen.

Seit Anfang Oktober ist dein Soloalbum „The Red Wine Conspiracy“ nun auf dem Markt. Du hast alle Songs selbst geschrieben und auch komponiert?

Efendi: Genau, alles selbstgemacht.

Inwiefern unterscheidet sich dein Soloprojekt musikalisch von deinem Banddasein bei „Roy de Roy“?

Efendi: Bei „Roy de Roy“ geht es darum, sozialkritische Texte zu präsentieren. Es geht musikalisch auch viel um Energie, die Musik ist schneller und lauter. Bei Efendi ist die Musik stiller. Ich habe alles auf einer kleinen Gitarre geschrieben, und genauso fühlt sich die Musik auch an. Da geht es um mich als Person und wie ich mit Verlusten, mit Tod, mit ­Trennungen umgehe, eigentlich ein sehr persönliches Album.

Ist das eine Richtung, die dir immer schon am Herzen lag?

Efendi: Ja. Ich komme schon aus der punkigen Ecke, aber diese melancholischen alten Männer mit rauhen Stimmen haben mich immer schon fasziniert. Sozusagen die Tom Waits und Nick Caves dieser Welt.

Sind die deine musikalischen Vorbilder? Wer noch?

Efendi: Ja, Tom Waits und Nick Cave sind als musikalisches Vorbild ganz hoch­gereiht. Auch Leonard Cohen würde ich als einflussnehmend bezeichnen.  

Du bist jetzt solo unterwegs, bleibst deiner Band „Roy de Roy“ aber schon weiterhin erhalten, oder?

Efendi: Ja, klar, das ist meine Hauptband. Es läuft sehr gut, und wir schreiben gerade am neuen Album. Im Dezember gehen wir ins Studio. Band und Soloprojekt laufen momentan parallel.

Demnächst bist du in Wohnzimmeratmosphäre in der „Tankstelle“ in Bregenz zu einem Konzert. Hast du eine Band dabei?

Efendi: Ja, ich habe eine Band dabei, alles Musiker und Musikerinnen aus Wien. Ein Konzert ist einfach spannender, wenn noch andere Leute auf der Bühne stehen.

Was erwartet uns von Nikolaj Efendi in den nächsten Monaten?

Efendi: Einen Monat lang bin ich nun durchgehend auf Tour – Schweiz, Österreich, Deutschland. Dann gibt’s im Februar 2016 noch eine Nachfolgetour, weil die Nachfrage doch recht groß ist. Im März stehen dann Frankreich, Belgien und Holland auf dem Plan, es wird sicher ein tolles, spannendes Jahr 2016.

„Roy de Roy“-Sänger Nikolaj Efendi hat sein erstes Soloalbum veröffentlicht. Foto: privat
„Roy de Roy“-Sänger Nikolaj Efendi hat sein erstes Soloalbum veröffentlicht. Foto: privat

Zur Person

Nikolaj Efendi

Geboren: 2. September 1986

Wohnort: Wien

Familienstand: ledig

Nikolaj Efendi ist morgen, Samstag, bei einem Wohnzimmerkonzert in der Tankstelle in Bregenz (www.tankstelle.org) zu sehen.