Der Hohenemser Trompeter Jürgen Ellensohn spielt zum Emsiana-Auftakt auf

03.05.2019 • 08:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Jürgen Ellensohn ist demnächst in Hohenems zu hören. U. DÜNSER

Unter dem Motto „Italienische Verhältnisse“ findet vom 9. bis 12. Mai das Hohenemser Kulturfestival Emsiana statt.

Schwarzach Beim Eröffnungskonzert des Ensembles tonart sinfonietta wird auch der international tätige Hohenemser Trompeter Jürgen Ellensohn aufspielen. Der Künstler im VN-Interview.

Wie und in welchem Alter bist du zum Trompetenspiel gekommen?

Mit acht Jahren. Mein Vater und mein Bruder waren schon bei der Blaskapelle im Ort. Da war es logisch, dass auch ich ein Instrument erlerne.

Warum Trompete und nicht ein anderes Blasinstrument?

Eigentlich war der erste Wunsch, wie mein Vater und mein Bruder Schlagzeug zu erlernen. Der zweite Gedanke war Waldhorn. Da ich klein war und es kein Kinderhorn gab, ist dann die Trompete ins Spiel gekommen. Heute bin ich sehr glücklich damit. Aller guten Dinge waren quasi drei. Die Trompete ist extrem vielseitig im Repertoire, den Stilrichtungen und den Klangfarben. Von laut, majestätisch und leise, bis lyrisch ist alles dabei. Aber noch heute ist mein Liebkind das Melodienspiel auf dem am weichsten klingenden Flügelhorn.

Was sind die großen Herausforderungen beim Trompetespiel?

Das ist sehr unterschiedlich. Die größte Herausforderung ist für mich heute sicherlich, die Vielzahl an Trompeten – sicher zehn an der Zahl – auf demselben hohen Niveau bedienen zu können.

Du hast am Vorarlberger Landeskonservatorium und an der Uni Mozarteum in Salzburg studiert. Bitte ein paar Worte dazu.

Das war mit eine der schönsten Zeiten überhaupt. Es ging jeden Tag nur darum, ein wenig besser zu werden, Musik zu machen und die Zeit mit Gleichgesinnten zu verbringen!

In deiner Karriere hast schon in vielen renommierten Orchestern gespielt, mit vielen bekannten Dirigenten zusammengearbeitet. Gibt es hier einen besonderen Höhepunkt, der sich für dich heraushebt?

Da gibt es extrem viele. Ich hatte das Glück, unglaublich tolle Werke mit genialen Dirigenten, Solisten, und Orchesterkollegen in fantastischen Sälen zu spielen. Diese Liste ist glücklicherweise sehr lang.

Gibt es ein Orchester oder einen Dirigenten, mit dem du gern einmal zusammenarbeiten würdest?

Ich hätte gerne bereits in der Zeit von Karajan oder Bernstein gespielt.

Neben deiner Tätigkeit im hr-Sinfonieorchester bist du auch Professor am Vorarlberger Landeskonservatorium sowie Mentalcoach an der Orchesterakademie des Hessischen Rundfunks. Es ist dir also wichtig, dein Wissen und Können an den Nachwuchs weiterzugeben?

Das Unterrichten ist für mich eigentlich ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Wenn es ein optimales Miteinander gibt, dann profitieren nicht nur die Studenten davon, sondern auch ich persönlich. Sowohl als Musiker wie auch als Mensch ist die Arbeit mit jungen Musikern durchaus sehr befruchtend.

Gibt es genug Nachwuchs?

Es gibt sehr viel Nachwuchs. Wenn es aber um Professionalität geht, gibt es leider nur selten die Kombination von Fleiß, Zielstrebigkeit und Talent.

Demnächst bist du mit dem Kammerorchester tonart sinfonietta und der Pianistin Raffaela Witzemann bei der Emsiana zu sehen. Was werden wir hören?

Ich spiele das Konzert in Es-Dur von Vincenzo Bellini, das er eigentlich für Oboe komponiert hat. Wie man es von einem romantischen italienischen Opernkomponisten erwartet, ist es wahrlich ein Werk für das Herz der Zuhörer.

Emsiana 2019: Eröffnungskonzert tonart sinfonietta mit Jürgen Ellensohn, 9. Mai, 19.30 Uhr, Markus-Sittikus-Saal Hohenems. Infos/Tickets: www.emsiana.at