„Die Arbeit mit Quarta 4 wird nie Routine“

Wohin / 29.08.2019 • 11:48 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Christoph Eberle will seine jahrzehntelange Musikerfahrung an die nächste Generation weitergeben. Stiplovsek
Christoph Eberle will seine jahrzehntelange Musikerfahrung an die nächste Generation weitergeben. Stiplovsek

Christoph Eberles Orchesterprojekt Quarta 4 Jugendphilharmonie geht in die vierte Runde.

schwarzach Derzeit wird in Hohenems fleißig geprobt. Am kommenden Donnerstag ist es dann so weit, die Quarta 4 Länder Jugendphilharmonie startet in ihre vierte Herbstkonzertreihe. Projektgründer und Chefdirigent Christoph Eberle erzählt im VN-Interview über das länderübergreifende Musikprojekt.

 

Sie haben 2016 das Jugendorchester Quarta 4 Länder Jugendphilharmonie gegründet. Was hat sich in den vergangenen drei Jahren verändert?

eberle Bei Quarta 4 wirken mittlerweile über 100 Musiker mit. Es sind hauptsächlich junge Leute. Sie bleiben eine Zeit lang und ziehen dann weiter zu neuen Herausforderungen. Die älteren kommen teilweise weiter, machen also einen Schritt in die nächste Stufe ihrer Musikkarriere. Gleichzeitig kommen immer wieder neue Mitglieder dazu. So verändert sich die Dynamik im Orchester laufend.

 

Macht es die Orchesterarbeit schwierig, wenn sich die Mitglieder ständig ändern?

eberle Nein, das liegt in der Natur der Sache und gehört zum Konzept. Das Leben besteht immer aus Veränderung. Und so ist es bei Quarta 4 eben auch.

 

Wie viele Musiker wirken derzeit bei Quarta 4 mit?

eberle Beim neuen Programm wirken 71 Musiker im Alter zwischen 14 und 26 Jahren mit. Wir hatten aber auch schon jüngere Nachwuchsmusiker mit dabei.

 

Worin liegen die Herausforderungen, ein Orchester mit Menschen aus verschiedenen Ländern zu leiten?

eberle Die Länder spielen keine Rolle. Die jungen Leute sind überall sehr motiviert und wollen einfach spielen.

 

Wie laufen die Proben ab, wenn die Musiker so weit verstreut wohnen?

eberle Die Musiker kriegen die Noten fünf Wochen vor der gemeinsamen Probe zugeschickt, um sich vorzubereiten. Dann wird fünf Tage lang gemeinsam geprobt – wir wohnen dazu in der Landwirtschaftsschule in Hohenems – und das muss dann laufen. Fast alle Studenten möchten Profimusiker werden, da müssen sie sich dann sowieso daran gewöhnen, dass sie in kürzester Zeit die Stücke erlernen müssen.

Wie sehen Sie Ihre Rolle als Dirigent gegenüber dem Orchester und den Solisten?

eberle Ich sehe mich mit meiner 30-jährigen Erfahrung als Profimusiker als Vermittler, Lehrer und Häuptling. Meine ganzen Erfahrungen – positive wie negative – möchte ich an die nächste Generation weitergeben. Ich möchte mit den Jungtalenten einen Austausch auf Augenhöhe, auf gleicher Ebene erreichen.  

Demnächst starten die Herbstkonzerte von Quarta 4. Was steht auf dem Programm?

eberle Das Tripelkonzert für Violine, Klavier, Cello und Orchester von Ludwig von Beethoven und die Sinfonie Nr. 7 in E-Dur von Anton Bruckner. Als Solisten sind Maximilian Kromer, Marie Kropfitsch und Julia Hagen dabei.

 

Was wünschen Sie sich für die Quarta 4 Länder Jugendphilharmonie?

Eberle Als ich vor vielen Jahren erster Chefdirigent beim Vorarlberger Symphonieorchester war, war die Anfangszeit auch nicht einfach. Jetzt – 30 Jahre später – besteht das Symphonieorchester noch immer, es ist eine Institution in Vorarlberg. Für Quarta 4 wünsche ich mir das genauso!

 

Zur Person

Christoph Eberle

Geboren 3. April 1959

Familie verheiratet, vier Kinder

Lebensmotto Authentisch bleiben

Quarta 4: 4.September Angelika Kauffmann Saal in Schwarzenberg. 5. September Festspielhaus Bregenz. 8. September Montforthaus Feldkirch. Karten: Sparkassen