Das nächste Kapitel beim Klimaschutz

03.06.2019 • 08:37 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
7000 Solarpaneele speisen im weltweit ersten Solarkraftwerk südlich von Wien die gewonnene Energie direkt in die Oberleitung ein. So werden die Züge mit Ökostrom versorgt.
7000 Solarpaneele speisen im weltweit ersten Solarkraftwerk südlich von Wien die gewonnene Energie direkt in die Oberleitung ein. So werden die Züge mit Ökostrom versorgt.

Nach 100 Prozent grünem Bahnstrom schlagen die ÖBB das nächste Kapitel beim Klimaschutz auf.

WIEN, BREGENZ Bahnhöfe, Büros, Werkstätten, Containerkräne – alles mit 100 % Strom aus erneuerbarer Energie. Die verkehrsbedingten Treibhausgasemissionen sind in Österreich seit 1990 immer weiter gestiegen. Im Sommer 2018 verkündeten die ÖBB die Umstellung auf 100 Prozent grünen Bahnstrom. Als größtes Klimaschutzunternehmen setzten die ÖBB damit in Österreich einen weiteren Schritt für die Umwelt. Daher wollen die ÖBB langfristig auch die vorgelagerten Emissionen kompensieren. Kein Kubikmeter Gas, keine Kohle sollen mehr verbraucht werden, um den Strom zu erzeugen, der Züge, Fahrgäste und Güter bewegt. Als Teil der Lösung im Kampf gegen den Klimawandel erspart der nachhaltige Verkehr mit der Bahn jährlich rund bis zu 3,5 Millionen Tonnen CO2. Eine Menge, die einen Wald in der Größe Vorarlbergs benötigen würde, um wieder aufgenommen zu werden. Ein Drittel des benötigten Bahnstroms wird von den eigenen Wasserkraftwerken erzeugt. Im niederösterreichischen Wilfleinsdorf betreiben die ÖBB das weltweit erste Solarkraftwerk für Bahnstrom. Der Rest des grünen Stroms wird aus Partnerkraftwerken bezogen. Die Eigenproduktion von grünem Strom soll aber weiter gesteigert und der Ausbau der eigenen Kraftwerke in Österreich vorangetrieben werden. Klimaschutz ist eine Kompetenz der ÖBB. Mit über 90 Prozent Wasserkraft im Bahnstrommix sind die ÖBB-Infrastruktur einer der umweltfreundlichsten Eisenbahn-Infrastrukturbetreiber in Europa.

Mit der Umstellung auf Strom aus erneuerbarer Energie für Bahnhöfe, Büros, Werkstätten und Containerkräne erreichen die ÖBB 2019 den nächsten Meilenstein im Klimaschutz. Dabei achtet das Unternehmen darauf, dass es schon heute eine umweltfreundliche Infrastruktur gestaltet, die einen nachhaltigen Beitrag für Folgegenerationen leistet. So gesehen kann man sagen: Wer mit der Bahn fährt, schont Ressourcen, spart Energie, verringert Lärm- und Emissionsbelastung und leistet einen wertvollen Beitrag für eine lebenswerte Zukunft. Die Bahnstrecken ermöglichen außerdem einen sehr flächeneffizienten Verkehr. Bei gleicher Transportleistung braucht die Schiene im Vergleich zur Straße nur ein Drittel bis ein Sechstel der Fläche. Während man für eine zweigleisige elektrifizierte Hochleistungsbahnstrecke mit einer Breite von maximal 14 Meter auskommt, benötigt eine Autobahn mit derselben Kapazität drei Fahrspuren je Richtung und rund 37 Meter Breite. Damit beträgt der Flächenbedarf für die Gleisanlagen in Österreich nur 0,13 Prozent der Staatsfläche (107 km2), die Straßen nehmen jedoch mehr als 2600 km2 in Anspruch. Ein wesentlicher Schritt zur weiteren CO2-Reduktion ist auch die Elektrifizierung weiterer Bahnstrecken. Als Beispiel: Bis Ende 2019 elektrifiziert die ÖBB-Infrastruktur AG die verbleibenden 14.390 Meter der Außerfernbahn zwischen dem Bahnhof Reutte in Tirol und der Staatsgrenze bei Schönbichl. Das langfristige Ziel ist, dass das gesamte Schienennetz der ÖBB in Tirol dadurch zu 100 Prozent mit umweltfreundlichem Strom betrieben wird. Südlich von Wien steht das europaweit erste Bahnstrom-Solarkraftwerk. 7000 Solarpaneele speisen die gewonnene Energie direkt in die Oberleitung ein. Damit werden Züge umweltfreundlich mit Ökostrom versorgt.