Die eigenen Stärken erkennen

Extra / 04.11.2019 • 15:56 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Wo liegen meine Interessen? Welche Fähigkeiten bringe ich mit? Nur zwei Fragen, die am Beginn der Lehrberufswahl stehen sollten.
Wo liegen meine Interessen? Welche Fähigkeiten bringe ich mit? Nur zwei Fragen, die am Beginn der Lehrberufswahl stehen sollten.

Welcher Beruf ist eigentlich der richtige für mich? So manchem Jugendlichen fällt die Antwort auf diese Frage nicht so leicht. Kein Wunder, gibt es in Österreich schließlich über 200 Lehrberufe. Wichtig ist deshalb, sich vorab darüber klar zu werden, wo die eigenen Interessen und Fähigkeiten liegen. Und schon hat man den ersten Schritt zum Traumjob geschafft.

Doch oft ist auch das gar nicht so einfach – erkennen, wo die eigenen Stärken liegen, sich bewusst werden, wofür man die nötige Leidenschaft mitbringt. Jeder Mensch hat seine ganz persönlichen Stärken – das ist nicht nur ein Mantra der Motivation, sondern ein Fakt, den man sich bewusst machen sollte. Besonders deshalb, weil viele Jugendliche Schwierigkeiten damit haben sich überhaupt einzugestehen, dass es Fähigkeiten oder Eigenschaften gibt, bei denen sie weit über dem Durchschnitt liegen. Man sollte zwar an seinen Schwächen arbeiten, doch nur diese zu sehen schadet dem Selbstbewusstsein und man präsentiert sich in einem viel zu schlechten Licht. Auch über die eigenen Interessen sollte man sich als junger Mensch im Klaren sein, denn auch das hilft bei der Berufsorientierung ungemein. Unterstützung bieten können in dieser Situation die Eltern. Gespräche über beliebte Freizeitbeschäftigungen können Hinweise auf Interessen und Fähigkeiten geben. Aber auch Interessentests oder eine Berufsberatung können weiterhelfen.

Ein vielschichtiges Bild

Ebenso richtungsweisend kann die Einteilung nach Lehrlingstypen sein. Schafft der Jugendliche zum Beispiel gerne Ordnung und behält in komplizierten Situationen den Überblick, könnte er in einer Ausbildung im Bereich Verwaltung gut aufgehoben sein. Gesellige Menschen, die flexibel sind oder gerne auch am Wochenende arbeiten, könnten sich in der Gastronomie oder im Verkauf wohlfühlen. Und wer gerne mit den Händen arbeitet und vor allem kleinere, fami-
liär geführte Unternehmen bevorzugt, für den ist eventuell eine Lehre im Handwerk als Friseur(in) oder Koch/Köchin denkbar. In der Berufsberatung wird natürlich noch weiter nachgefragt und so ergibt sich am Ende ein vielschichtiges Bild, welches die Grundlage für die eigenständige Berufsorientierung bildet. Auch ein Gespräch mit den Lehrpersonen kann ein weiterer Anhaltspunkt bei der Lehrstellenwahl sein, da Kinder in der Schule oftmals andere Interessen und Fähigkeiten zeigen als zu Hause.

Unentschlossene Jugendliche können ihre Talente entdecken, indem sie ihre eigenen Ideen ernst nehmen. Dabei dürfen in die Überlegung ruhig Berufe einfließen, die schon als Kind interessant waren oder im Moment spannend sind. Vielleicht gibt es aber auch Verwandte, Bekannte oder Freun­de, die einen tollen Job haben? Sämtliche Ideen sollten notiert werden, helfen sie doch dabei, sich einen Überblick über die Berufswelt zu verschaffen.

Von der Theorie in die Praxis

Um schließlich eine passende Ausbildungsstelle zu finden und flexibel zu sein, ist es von Vorteil, auch verwandte Berufe kennenzulernen. Hilfreich ist daher, die Berufsideenliste mit der Liste der Wünsche, ­Interessen und Fähigkeiten zu vergleichen und eine Auswahl von etwa zehn möglichen Berufen zu erstellen. Und dann geht es an die Informationsbeschaffung: Welches sind die typischen Tätigkeiten? Welche Anforderungen gibt es? Wie ist der Ablauf der Ausbildung? Eine übersicht­liche Auswahl bieten hier Berufsinformationszentren (AMS oder BIFO) oder das Internet. Sind diese und weitere wichtige Fragen geklärt, folgt der Theorie die Praxis. Etwa fünf Berufe und Unternehmen sollten für einen Schnuppertag in Frage kommen. So können die Jugendlichen sehen, wie es hinter den Kulissen zugeht und auch wie der Alltag im jeweiligen Beruf aussieht. Wichtiges Wissen, das dabei hilft, am Ende die richtige Entscheidung zu treffen.