Ein Krankenhaus auf umweltbewusst getrimmt

Extra / 29.12.2019 • 15:05 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Alle Anlagen neu und sauber: Damit arbeitet Josef Pfefferkorn gerne.vn/paulitsch
Alle Anlagen neu und sauber: Damit arbeitet Josef Pfefferkorn gerne.vn/paulitsch

Josef Pefferkorn sorgt als Ökoprofit-Berater im LKH Hohenems für klimafreundliche Maßnahmen.

hohenems Krankenhäuser fressen viel Energie und produzieren haufenweise Müll: So lautet sie häufig noch immer, die gängige Meinung. Beides stimmt, aber die Voraussetzungen haben sich gründlich geändert. Klima- und Umweltschutz sind auch in den Spitälern zum großen Thema geworden. So wurden etwa an den Landeskrankenhäusern in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen gesetzt, die das Prädikat „Nachhaltigkeit“ tatsächlich verdienen. Zu den großen und sukzessive beackerten Bereichen gehören Energie, Mobilität und Abfallmanagement. Um die Umsetzung der vielfältigen kleineren und größeren Projekte kümmern sich sogenannte Ökoprofit-Berater.

Optimierungen ausloten

Im Landeskrankenhaus Hohenems ist es Josef Pfefferkorn (36), der die Angelegenheit in die Hand genommen hat. Der Ludescher brennt geradezu für die grüne Sache. Seit 2007 arbeitet er im LKH Hohen­ems, 2009 ließ er sich um Ökoprofit-Berater ausbilden. An dieser Tätigkeit fasziniert ihn, Prozesse, die zu nachhaltigen Veränderungen führen, mitverfolgen und mitbegleiten zu können. Dabei geht Pfefferkorn mit gutem Beispiel voran. Zur Arbeit kommt er mit Bahn, Bus oder Fahrrad. „Der Bahnhof liegt ja gleich in unmittelbarer Nähe des Krankenhauses“, merkt er an. Als technischer Leiter und Ökoprofit-Berater obliegt es dem Josef Pfefferkorn, ständig Optimierungsmöglichkeiten zu sondieren.

Als zwei große Schritte auf dem Weg zum „grünen Krankenhaus“ bezeichnet er den Anschluss des Spitals an das Heizwerk Bioenergie Hohenems, das nun den Großteil der Wärme liefert, die es braucht, sowie den 100-prozentigen Bezug von Ökostrom. „Wichtig war auch die 2007 erfolgte Generalsanierung der Gebäude“, erzählt Pefferkorn. Dass dabei neueste Technik zum Einsatz kam, versteht sich von selbst. Weiters wurden die Lüftungs- und Klimaanlagen erneuert sowie auf Wärmerückgewinnung umgestellt. „Auf diese Weise benötigen wir deutlich weniger Heizenergie“, erklärt der gelernte Elektriker und Regelungstechniker.

Ein besonderes Anliegen ist dem Ludescher die Mobilität. Vor vier Jahren hat sich das LKH Hohenems beim Netzwerk „Wirtschaft MOBIL“ eingeklinkt. Josef Pfefferkorn will Kolleginnen und Kollegen aus dem ganzen Haus die Alternativen zum Auto aufzeigen. Das geht vor allem an die Adresse jener aus der Umgebung, die nach seinem Dafürhalten noch zu oft mit dem eigenen Pkw zur Arbeit kommen. Unterstützung liefert eine sogenannte Pendler-Box, die verschiedene Möglichkeiten der Mobilität offeriert. Die Lust aufs Treten sollen beispielsweise ein Abstellraum für Räder, ein Trockenraum und eine Dusche befeuern. „Gerade bei der Mobilität gibt es noch viel Potenzial“, ist Pfefferkorn überzeugt. Die Erfolge sind jetzt schon sichtbar. 2017 erhielt das Haus den VCÖ-Mobilitätspreis.

Abfallbeauftragter

Ab dem kommenden Jahr wartet auf Josef Pfefferkorn eine weitere Aufgabe im Bereich der Ökologisierung. Er wird Abfallbeauftragter. Ein Ziel dabei ist, die vielen Plastiksäcke auf ein Minimum zu reduzieren. „Insgesamt geht es neben der Müllvermeidung auch um eine saubere Mülltrennung, denn damit wäre schon viel gewonnen“, sagt Pfefferkorn.

So sollen in allen Landesspitälern möglichst schnell zentrale Restmüllstationen eingerichtet werden. Wichtiger Aspekt: die Bewusstseinsbildung bei Mitarbeitern, weil Abfallentsorgung auch ein nicht unerheblicher Kostenfaktor ist. Ebenfalls großes Augenmerk kommt der Abfallvermeidung bei Lebensmitteln zu. „Gemeinsam gegen Lebensmittelabfall“ lautet das Projekt, bei dem alle Landeskrankenhäuser mitmachen. Das LKH Hohenems steht stellvertretend als Beispiel dafür, was an nachhaltigen Ideen in den Spitälern bereits umgesetzt wird.

Auch in Spitälern finden sich dem Klima- und Umweltschutz dienliche Wege.