Übeltäter: Cholesterin

Gesund / 24.10.2013 • 13:04 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Neues aus der Forschung zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen aus Vorarlberg.

Vorbeugen. Die medizinische Forschung konnte in den letzten Jahrzehnten die Hauptursachen für Herz-Kreislauf-Krankheiten charakterisieren. Es ist deshalb heute in den meisten Fällen möglich, solche Erkrankungen effizient zu verhindern oder, wenn bereits eine Erkrankung vorliegt, eine Verschlechterung aufzuhalten.

Risiko reduziert

Einen zentralen Stellenwert nimmt dabei das Cholesterin ein. „Statine, das sind die wichtigsten cholesterin-senkenden Medikamente, können das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko um die Hälfte senken“, erklärt Primar Dr. Heinz Drexel vom LKH Feldkirch, der beim weltweit größten Herzkongress in Amsterdam wiederum als Pressesprecher fungierte. Eine neue Studie zeigte, dass diese Medikamente aber auch Demenz und grauen Star vermindern. „Leider erhalten, wie eine andere europaweite Großstudie zeigte, bei Weitem noch nicht alle Menschen, die von einem Statin profitieren würden, ein solches“, merkt der Internist kritisch an. Drei Viertel der europäischen Herzpatienten haben demnach immer noch ein zu hohes Cholesterin.

Dr. Heinz Drexel wurde als international renommierter Experte selbst eingeladen, einen Vortrag zu den Wechselwirkungen der Statine mit anderen Medikamenten zu halten. Er zeigte auf, dass mit ganz wenigen Ausnahmen die Statin-Behandlung auch bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente sehr gut verträglich ist.

Auswirkungen untersucht

Eine weitere Ursache für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist der Diabetes. Beim Kongress wurden zwei große neue Studien vorgestellt, die die Auswirkungen neuer Diabetes-Medikamente auf das Herz-Kreislauf-Risiko bei Zuckerkrankheit untersuchten. Diese Medikamente waren zwar gut verträglich, sicher und wirksam in der Blutzuckersenkung, konnten aber Herz-Kreislauf-Ereignisse nicht verhindern. „Umso wichtiger ist auch bei Patienten mit Diabetes eine konsequente Cholesterinsenkung“, betont Drexel.

Hormon gibt Aufschluss

Neuigkeiten gab es auch aus Vorarlberg zu berichten. Dozent Christoph Säly und Professor Heinz Drexel präsentierten drei aktuelle Studien des VIVIT Instituts. Unter anderem konnten die Ärzte zeigen, dass das Fettgewebshormon Omentin Herz-Kreislauf-Ereignisse besser vorhersagt als die meisten etablierten Parameter. Diese Arbeit wurde von einer internationalen Jury als eine der besten ausgezeichnet.

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