„Liquid Biopsy“ und die Revolution in der Krebsmedizin

Gesund / 28.06.2019 • 09:12 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bei der „Liquid Biopsy“ genügt eine Blutprobe.
Bei der „Liquid Biopsy“ genügt eine Blutprobe.

Experten diskutierten bei der onkologischen Frühjahrstagung in Dornbirn.

Dornbirn Die Diagnose Krebs wird immer häufiger gestellt. Gleichzeitig verbessern sich die Möglichkeiten, Krebserkrankungen frühzeitig zu erkennen und erfolgreich zu behandeln. Welche Auffälligkeiten gibt es in Vorarlberg? Welche Möglichkeiten und zugleich Grenzen hat die onkologische Rehabilitation? Wie funktioniert „Liquid Biopsy“ im Alltag und was sind die Meilensteine der Hämatologie? Antworten auf diese Fragen lieferte die 21. onkologische Frühjahrstagung am Krankenhaus Dornbirn.

Bei der Diagnosestellung wird in der Regel eine Gewebeprobe, die sogenannte Biopsie, entnommen und histopathologisch untersucht, auch bei einem bereits diagnostizierten Tumor wird eine Gewebediagnostik durchgeführt. Durch Entwicklung neuester Methoden kann in Zukunft der Nachweis von Tumorzellen oder Tumor-DNA im Blut allerdings durch eine blutbasierte Nukleinsäureanalytik erfolgen. Das Zauberwort dabei lautet: „Liquid Biopsy“ (Flüssigbiopsie). Bei dieser neuen Analysemethode genügt eine Blutprobe. Die Todesrate selbst ist demnach seit rund 20 Jahren rückläufig. Möglich machten diese Entwicklung vorwiegend Früherkennung und Vorsorge sowie neue Behandlungsmethoden und zielgerichtete Therapien, wie die Immuntherapie, die immer häufiger die herkömmliche Chemotherapie ersetzen oder begleitend dazu angewendet werden kann. Während bei der Chemotherapie Zellgifte zum Einsatz kommen, wirken zielgerichtete Therapien maßgeschneidert auf bestimmte Angriffspunkte des Tumors. Bei der Immuntherapie, die derzeit als Revolution in der Krebsmedizin gilt, sorgen spezielle Hemmstoffe dafür, dass das körpereigene Immunsystem die Krebszelle als „fremd“ erkennt und in Folge eliminiert. „Wir haben viele neue Wirkstoffe in der Onkologie und zielgerichtete Therapien“, erläutert Matthias Zitt, Leiter der Chirurgie, „das ist eine positive Entwicklung. Wesentlich ist aber die Bildung eines intensiv kooperierenden Netzwerks, innerhalb dessen die Patienten betreut werden. Nur so sind wir auf die zukünftigen Herausforderungen vorbereitet.“

„Wesentlich ist die Bildung eines Netzwerks, innerhalb dessen die Patienten betreut werden.“