Gemeinsam gegen den Krebs

Gesund / 22.11.2019 • 10:43 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Diese eindrückliche Aufnahme zeigt eine Krebszelle auf einem DNA-Strang.iStock
Diese eindrückliche Aufnahme zeigt eine Krebszelle auf einem DNA-Strang.iStock

Ein Netzwerk soll jedem Patienten die bestmögliche Behandlung sichern.

Feldkirch Die Onkologie im LKH Feldkirch als Schwerpunktabteilung und alle onkologisch tätigen Abteilungen der Landeskrankenhäuser haben ein Ziel: Vorarlberger Patienten, die an Krebs erkrankt sind, die bestmögliche und aktuellste Behandlung zukommen zu lassen. Dafür müssen alle behandelnden Ärzte im Land zusammenarbeiten und die Kooperation mit Onko-Zentren wie der Universitätsklinik Innsbruck muss auf kürzestem Weg funktionieren. Plan ist es, ein gemeinsames Netzwerk aus niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern und weiterführend mit der Uniklinik zu etablieren. Basis für eine gute Vernetzung sind die Feldkircher Onkologietage, die noch heute, Samstag, im Montforthaus in Feldkirch stattfinden. Gekommen sind über 100 Teilnehmer.

Erkrankt jemand an Krebs, muss von der Diagnose über die Behandlung bis zur Nachbetreuung alles gelingen. „Wir als Experten müssen entscheiden, welche Behandlungen wir hier im Land anbieten können, wo diese durchgeführt werden kann und wo wir weiterführende Einrichtungen wie die Uniklinik in Innsbruck als Partner brauchen. Schlussendlich wird der Betroffene dort am besten behandelt, wo das höchste Maß an Erfahrung ist, und diese ergibt sich auch aus den Fallzahlen“, erklärt der Organisator, der Onkologietage, Thomas Winder, interimistischer Leiter der Inneren Medizin II im LKH Feldkirch.

In Vorarlberg erhalten jährlich 1700 Personen einen Krebsbefund, 16.000 Menschen leben mit der Diagnose. Die meisten Krebsbehandlungen können in Feldkirch bzw. in abgestufter Form in den entsprechenden Abteilungen der Landeskrankenhäuser durchgeführt werden. Hier ist die Erfahrung durch entsprechende Fallzahlen hoch. Für sehr komplexe und äußerst seltene Behandlungen werden Patienten in die jeweiligen Zentren überwiesen. „Je höher die Komplexität und die Seltenheit einer Erkrankung, desto wichtiger ist ein hohes Maß an Erfahrung, um diagnostische und therapeutische Möglichkeiten für die individuelle Behandlung des Patienten auszuschöpfen“, erklärt Winder.

„Für alle behandelnden Ärzte im Land ist es wichtig, dass wir zum Nutzen der Patienten ein Netzwerk bilden. Jeder soll ohne aufwendige Wege die bestmögliche Therapie erhalten“, betont der Onkologe.

Wohnortnaher Zugang

Die jährlich stattfindenden Feldkircher Onkologietage haben zum Ziel, Ärzte zusammenzubringen, um ein abgestuftes und vertrauensvolles Netzwerk aufzubauen, fachlicher Austausch unter medizinischen Experten im Land und aus den österreichischen Medizinuniversitäten inklusive. Aufgrund der zunehmenden Spezialisierung in der Onkologie sind sowohl der Ausbau des Onkologienetzwerkes als auch die koordinierte Kommunikation mit den Universitäten enorm wichtig. Dies ermöglicht den Patienten einen wohnortnahen Zugang zu hochspezialisierten Leistungen. Die Koordination findet über das Schwerpunktkrankenhaus Feldkirch statt. Ein wichtiges Medium für den Austausch ist das Tumorboard. Damit kann die Expertise der Onkologen allen Krebspatienten in Vorarlberg angeboten und gemeinsam entschieden werden, welche Behandlung wo für den betroffenen Patienten am besten ist. „Eine moderne onkologische Patientenversorgung benötigt neben aktuellem Fachwissen vor allem eine gute kommunikative Basis sowie ein Netzwerk aus verlässlichen Ansprechpartnern verschiedener Institutionen“, hebt Thomas Winder hervor.

„Jeder soll ohne aufwendigen Weg die bestmögliche Therapie erhalten.“