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Gesund / 09.09.2022 • 11:41 Uhr

„Ich möchte nicht mehr jung sein.“ Wie oft haben Sie sich das schon gedacht, den Satz vielleicht sogar laut ausgesprochen oder andere ihn sagen hören? Damals, und das ist noch gar nicht so lange her, als die Welt gefühlt den ganzen Tag und nicht nur um sieben Uhr morgens in Ordnung war, war es genau umgekehrt. Da hätten sich viele meiner Generation ein paar Jährchen zurück in die Vergangenheit gewünscht. Nun scheinen „d’ Jugadjohr“ nicht mehr so gefragt. Jetzt, wo sich das Leben verändert hat, wo es viel von seiner Leichtigkeit verloren hat.

Wir hatten das Glück, in eine Zeit des Aufbruchs hineingeboren zu werden. Wir erlebten einen Aufschwung nach dem anderen, zumindest in unseren Breiten. Ich kann mich noch gut an meine erste Schreibmaschine erinnern. Ich wollte unbedingt das 10-Finger-System lernen, und meine Eltern ermöglichten mir diesen, aus heutiger Sicht profanen Luxus. Für mich war es etwas Besonderes. Dann kamen die ersten Computer und so weiter und so fort. Der Wohlstand kam Schlag auf Schlag, und wir konnten auf dieser Welle mitschwimmen. Heute steht uns das Wasser, sinnbildlich gesprochen, bis zum Hals.

Es ist unzweifelhaft schwieriger geworden. Wir sollten aber nicht vergessen, dass unser Wohlstand auch nicht vom Himmel gefallen, sondern der Hoffnung, dem Mut und der Zuversicht unserer Eltern und Großeltern zu verdanken ist. Sie haben die Trümmer eines Krieges beiseite geräumt und den Weg in eine bessere Zukunft freigemacht. Nun liegt es an uns, anzupacken, den jungen Leuten beizustehen und sie zu unterstützen, wo immer es geht. Und: Etwas geht immer.

Marlies Mohr

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