Pleitier bestellte sich 185.000-Euro-Porsche

Gewalt und Verbrechen / 24.03.2026 • 16:25 Uhr
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Richter Theo Rümmele beschäftigte sich mit der Frage, ob der Angeklagte sich das Luxusfahrzeug mit falschen Angaben erschleichen wollte.Christiane Eckert

47-jähriger Gastronom log, dass sich die Balken bogen, nun musste er vor Gericht.

Feldkirch Der angeklagte türkische Gastronom ist selbständig, doch mit den Einnahmen läuft es nicht so, wie er sich das vorgestellt hatte. Der gelernte Koch steht selbst in der Küche, er hat 60.000 Euro Schulden beim Finanzamt, die er abstottert, und war 2024 im Schuldenregulierungsverfahren, also im Privatkonkurs. Er ist geschieden, muss Alimente zahlen, dazu kommen 400 Euro monatliche Leasingraten. Von gut situiert kann also keine Rede sein.

Dennoch schien der Wunsch nach einem schwarzen Porsche 911 Carrera dermaßen stark zu sein, dass er im Oberland einen Verkäufer bedrängte, ihm ein Kaufangebot über das Modell zu machen. Stand doch auch im Verkaufsraum genau so ein Wagen. “Genau so einen möchte ich”, sagte er zum Verkäufer. Der Interessent träumte vermutlich schon von dem schwarzen Sportwagen und unterschrieb flugs den Kaufvertrag, obwohl er nach eigenen Angaben nur wenig Deutsch versteht.

Reichtum vorgetäuscht

Auf dem Dokument steht groß “Kaufvertrag”, das konnte der Interessent lesen. Bei der Frage nach dem monatlichen Nettoeinkommen gab der Schuldner des Privatkonkurses dreist an, dass er über 10.000 Euro verfüge. Davon – so weiter unten im Kaufvertrag – müsse er lediglich 700 Euro Miete bezahlen, log er weiter. Darüber hinaus habe er keine Zahlungsverpflichtungen. Das war alles gelogen.

“Es war meine Schuld, aber irgendwie war alles ein Missverständnis, ich habe zwei Hunde, über die haben wir geredet und dann hat sich das mit meiner Unterschrift so ergeben”, redet der Mann lange um den heißen Brei. Richter Theo Rümmele weigert sich zunächst, unter diesen Voraussetzungen ein Diversionsangebot zu machen. Schlussendlich kratzt der Angeklagte nach mehrfacher Beratung mit seiner Verteidigerin doch noch die Kurve und entkommt um Haaresbreite dem regulären Verfahren. 2800 Euro, damit wird das Verfahren wegen versuchten schweren Betruges eingestellt.

Von Sonderausstattung begeistert

Übergeben wurde der Wagen zum Glück nie, denn die Porschebank kam drauf, wie es um die finanziellen Verhältnisse des vermeintlich reichen Kaufinteressenten wirklich steht. “Interessant ist auch, dass der Angeklagte in dem Autohaus offensichtlich angab, dass er im Falle, dass die Porschebank nicht zahlen sollte, einen Onkel bei einer Bank habe und die Finanzierung auf jeden Fall gesichert sei”, hält Staatsanwalt Elias Zortea dem Koch vor.

Der Gastronom war übrigens auch von rund 20 Punkten der Sonderausstattung begeistert. Eine entsprechende Stereoanlage sollte in dem 394 PS starken Modell eingebaut sein, dazu Sitzbelüftung und natürlich das Porsche-Wappen am Schlüssel.

Der Traum ist ausgeträumt. Der Wagen wurde nie sein Eigentum, obwohl der Angeklagte auf eine rasche Bestellung drängte. “Ich will Sie hier vor Gericht nicht wieder sehen”, gibt der Richter dem Mann noch mit auf den Weg. Den Betrag von 2800 Euro hat er noch im Gericht bezahlt. Somit ist das Verfahren rechtskräftig eingestellt.