Vom Chefermittler zum Autor

HE_Blude / 25.10.2022 • 15:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Norbert Schwendinger bei der Vorstellung seines zweiten Buches „Tatort Vorarlberg 2“ im Klostertal Museum. DOB
Norbert Schwendinger bei der Vorstellung seines zweiten Buches „Tatort Vorarlberg 2“ im Klostertal Museum. DOB

Der ehemalige Chefermittler des Morddezernates, Norbert Schwendinger, schreibt Bücher.

Dornbirn, Dalaas Norbert Schwendinger stellte vor einigen Wochen zusammen mit seinem ehemaligen Berufskollegen Oswald Wachter im Klostertal Museum sein neuestes Buch „Tatort Vorarlberg 2“ vor.

Der 63-jährige ehemalige Chefermittler stand nach seiner Matura vor der Berufswahl. „Ich wusste damals nicht, was ich lernen sollte. Studieren wollte ich nicht. Ich wurde auf die damalige Gendarmerieschule aufmerksam, also sah ich mir die Schule an und begann auch diese. Obwohl ich, außer etwaigen Strafzetteln, nichts mit der Gendarmerie am Hut hatte, gefiel mir dieser Beruf von Anfang an, und nach Absolvieren der Schule trat ich den Dienst am Posten in Höchst an“, erzählt Schwendinger. Während seiner Zeit in Höchst hatte er einige Berührungspunkte mit der Kriminalabteilung, und im Jahr 1991 ergriff er die Möglichkeit, in die Kriminalabteilung zu wechseln. Nach einiger Zeit konnte er in die Königsdisziplin Leib/Leben einsteigen. Nach elf Jahren als Chefermittler des Morddezernates Vorarlberg trat er in den Ruhestand.

Schlimme Straftaten

In den Jahren als Chefermittler musste er sich großen Herausforderungen stellen und schlimme Straftaten aufklären. Dabei berührten ihn der Fall Cain, der Mord an der schwangeren Frau in Frastanz oder der Amoklauf in Nenzing am meisten. „Das waren sehr emotionale Fälle, die wir bearbeiten mussten“, so der Autor. Dass er in seiner Pension zum Autor wird, das bahnte sich schon in seinem Berufsleben an. „Ich schrieb mit Gerhard Sohm (VN) eine 20-wöchige Serie über Kriminalfälle in Vorarlberg“, erklärte Schwendinger. Da entdeckte ihn Nina Winkler vom Verlag „edition v“. Sie rief ihn an, da sie etwas in die Richtung „true crime“ herausgeben wollte. „Wir sind zusammengesessen und haben uns gleich verstanden“, schmunzelt Schwendinger. „Beim ersten Buch brauchte ich länger, da ich ja eigentlich keine Ahnung hatte und noch das Beamtendeutsch in mir hatte, das ich aber langsam gegen ein normales Deutsch eintauschte“, lacht er.

Erwartungen übertroffen

Das Pilotprojekt der „Tatort Vorarlberg“-Reihe übertraf seine Erwartungen. In nur fünf Monaten war die erste Auflage mit 3000 Büchern vergriffen, von der zweiten Auflage gibt es nur noch wenige. „Mich freut das Feedback auf meine Bücher riesig. Die Menschen sind begeistert“, so Schwendinger. Bei den zwei Büchern beschäftigte er sich jeweils mit zwölf wahren Kriminalgeschichten aus Vorarlberg und stellte diese reell dar. Zudem sind beide Bücher mit Background aus der aufwendigen Polizeiarbeit, die hinter jedem Fall steckt, ausgestattet. DOB

Zur Person

Norbert Schwendinger

Wohnhaft Dornbirn

Geboren 5. Dezember 1958

Familie Lebt in einer Lebensgemeinschaft, vier Enkel

Hobbys begeisterter Cabrio-Fahrer, IT-Freak, Heimwerker und knackt gerne knifflige Logik-Rätsel

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