Wälder Museen vernetzen sich zum „Gesamterlebnis“

Gemeinsamer Auftritt vermittelt umfassende Reise durch die Vergangenheit.
Egg Der Bregenzerwald hat nicht nur eine faszinierende Geschichte mit vielen außergewöhnlichen Besonderheiten – etwa die Wälderrepublik -, herausragenden Persönlichkeiten in Politik, Kultur, Handwerk – siehe Barockbaumeister – oder Gesellschaft und bis heute gepflegte Traditionen, sondern zeigt diese Vergangenheit auch in vielen Museen, die zum Teil weit über den lokalen Bereich hinaus ausstrahlen.

Beispiele dafür sind etwa das Alpmuseum uf’m Tannberg, das einzigartige Frauenmuseum in Hittisau oder die Riefensberger Juppenwerkstatt, aber auch das FIS-Skimuseum in Damüls oder das Werkraumhaus, das eine Brücke von alter Handwerkskunst zu heutiger Leistungsfähigkeit des Wälder Handwerks schlägt. Seit kurzem werden auch die Barockbaumeister in einem Museum in Au gewürdigt.

Vernetzung bot sich an
Bei so viel Potenzial drängte sich eine Vernetzung der mehr als ein Dutzend musealen Einrichtungen, die ganz unterschiedliche Schwerpunkte abdecken, geradezu auf. Veronika Sutterlüty vom Kulturbüro Bregenzerwald und Maria Rose Steurer-Lang von der Juppenwerkstatt ergriffen die Initiative und holten Vertreter weiterer Museen an einen Tisch, um einen gemeinsamen Auftritt der Museen zu konzipieren.

Herausgekommen ist die Museumslandkarte „14 Orte – 14 Wege – 14 Überraschungen“. Diese Kulturlandkarte führt unter dem Motto „Wenn 14 Museen und Schaubetriebe im Bregenzerwald erzählen“ von der Juppenwerkstatt in Riefensberg bis ins FIS-Skimuseum in Damüls. Und vielleicht bald noch viel höher hinaus, denn in Warth ist – die VN-Heimat berichtete – ein kleines, aber feines Museum in einem jahrhundertealten Walserhaus gegenüber der Pfarrkirche im Aufbau und auf dem Diedamskopf lädt seit dem Vorjahr die Ausstellung „Bergwelt zum Sehen und Staunen“ ein. Denkbar, dass sich die Kulturlandkarte deshalb bald auf 16 Stationen erweitert.

Rahmenveranstaltungen
Auf das Projekt soll nicht nur mit einer Landkarte, einem regionalen Museumsführer geworben werden, sondern auch mit begleitenden Veranstaltungen. Eine davon – anlässlich des 10-Jahres-Jubiläum des Werkraumhauses – läuft bereits und ist bis 16. September zugänglich: Im Andelsbucher Werkraumhaus sind rund vierzig Architekturmodelle aus dem Atelier Peter Zumthor – er plante das Werkraumhaus – zu sehen. Ausstellungsrundgänge und Gespräche mit Peter Zumthor ergänzen das Programm. In der Juppenwerkstatt und im Museum in Au sind ab Frühling weitere Modelle aus dem Atelier Peter Zumthor zu sehen.

Doppelt so „alt“ ist die Juppenwerkstatt, die ihr 20-Jahr-Jubiläum feiert und diesen Anlass mit einem großen Trachtentag am 10. September begeht.

Über die Region hinaus Parallel zu der Vernetzung von Museen in der Region gibt es in Bezau und Au Überlegungen, auch Museen und Zeugen der Wälder Handwerkskunst in das Projekt einzubeziehen. „Die Barockbaumeister haben ihre Meisterwerke zum allergrößten Teil außerhalb des Bregenzerwaldes geschaffen. Es ist deshalb naheliegend, den Bogen von den Museen in Au und Bezau, die sich diesem Thema widmen weiter zu spannen und das Museumserlebnis durch die Originale der Barockbauwerke von der Schweiz über Süddeutschland bis ins Elsass zu ergänzen“, erläutert der Bezauer Altbürgermeister Helmut Batlogg diese Überlegungen.

Die unter dem Motto „Sehen und Staunen“ entstandene Museumslandkarte gibt Orientierung zu Einrichtungen an 14 Schauplätzen, zu deren Öffnungszeiten und öffentlicher Erreichbarkeit.
Den Museums- und Ausstellungsbetrieben gehören an:
die Juppenwerkstatt Riefensberg,
das Frauenmuseum Hittisau,
Lebensbilder Hittisau,
das Heimatmuseum Alberschwende,
das Egg Museum,
das Angelika Kauffmann Museum Schwarzenberg,
der Werkraum Bregenzerwald,
die Bregenzerwald Museumsbahn,
das Heimatmuseum Bezau,
der Franz Xaver Moosmann Gedenkraum Schnepfau,
das Barockbaumeistermuseum Au,
das Franz Michael Felder Museum Schoppernau,
das Alpmuseum “uf m Tannberg” Schröcken und
das FIS Ski Museum Damüls.
Erhältlich ist die neue Museumslandkarte bei allen genannten Einrichtungen und in den Tourismusbüros. STP
