Der Zauber der Bodenseegärten

Vor Kurzem zeigten sich verschiedene Gärten im Bodenseeraum. In Doren luden Bria und Christoph Heinzle in ihr „Pflanzen-Stein-Reich“ ein.
Doren Vielen Durchreisenden, die die Gemeinde Doren im Bregenzerwald passieren, fallen die blauen Schafe auf dem Hausdach von Familie Heinzle ins Auge. Und hinter dem gelben Gebäude mit den blauen Skulpturen verbirgt sich noch mehr Sehenswertes: ein einmaliger Naturgarten, der vor Kurzem beim Festival “Vom Blütenzauber der Bodenseegärten” von zahlreichen Gästen besichtigt werden konnte.


Ort der Inspiration
Zusätzlich zum privaten Hausgarten hat die Familie Heinzle auch den Gemeinschaftsgarten “Acker 12” angelegt, der nur durch den Umstand entstanden ist, dass im Hausgarten kein Platz mehr für weitere Pflanzen war. Beim Acker 12 spielt neben dem biologischen Gemüseanbau mittels Mischkultur auch die Kunst eine Rolle. Ein wellenförmiges Metall fällt hier besonders ins Auge: „Der Juppenschatten“, ein Werk des Bildhauers Albrecht Zauner.


Liebe und Herzblut
Die beiden Gärten von Familie Heinzle sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet: Eine alte Feuerschale dient als Biotop, in dem Moose siedeln und sich Mückenlarven im Wasser schlängeln. Das Herz der Heinzles für summendes und brummendes Getier, das auch die Vögel und Eidechsen mögen, kommt in ihrem „Arenarium“ zum Ausdruck: Ein mit Totholz gespickter Sandplatz, der Wildbienenarten eine Brutstätte bietet. Dieser wurde gemeinsam mit Kindern des Dorfes gestaltet, die mit großem Eifer bei der Sache waren.


Lernen mit allen Sinnen
Die beiden Gärten sind bewusster, manchmal unbewusster Experimentier- und Lernort, in dem der Zufall oder der richtige Moment eine wichtige Rolle spielen. So flog im Garten plötzlich der Kamillenfalter ein, was die Schmetterlingskundigen in Entzücken versetzte‚ gilt dieser doch seit Jahren als ausgestorben. Und ein Baumstamm wurde mittels „Aufpropfen“ mit 13 Obstsorten bestückt. „Was soll man machen, wenn wenig Platz für Streuobst ist“, erklärte Gartenbesitzer Christoph Heinzle zu diesem Experiment.


Akeleien säumen Wegesrund
Im Hausgarten wächst die Indianerbanane, deren Früchte ähnlich wie Mango schmecken. Akeleien säumen dort das von Trockenmauern umfriedete Wegesrund. Dieses Pflänzchen ist die Lieblingsblume von Besucherin Renate aus Riefensberg. “Die Vielfalt der Blumen, die Hingabe und das Wissen, das aus dem Garten spricht, ist unglaublich schön,” erklärt sie sich begeistert. VHA

