Der Zauber der Bodenseegärten

Heimat / 06.06.2023 • 17:23 Uhr
Beim Gartenteich konnten die Besucherinnen und Besucher die Insekten und Skulpturen im Garten der Heinzles bewundern.
Beim Gartenteich konnten die Besucherinnen und Besucher die Insekten und Skulpturen im Garten der Heinzles bewundern.

Vor Kurzem zeigten sich verschiedene Gärten im Bodenseeraum. In Doren luden Bria und Christoph Heinzle in ihr „Pflanzen-Stein-Reich“ ein.

Doren Vielen Durchreisenden, die die Gemeinde Doren im Bregenzerwald passieren, fallen die blauen Schafe auf dem Hausdach von Familie Heinzle ins Auge. Und hinter dem gelben Gebäude mit den blauen Skulpturen verbirgt sich noch mehr Sehenswertes: ein einmaliger Naturgarten, der vor Kurzem beim Festival “Vom Blütenzauber der Bodenseegärten” von zahlreichen Gästen besichtigt werden konnte.

Auf dem Gemeinschaftsacker steht derzeit auch der Türkische Mohn in seiner Blüte.
Auf dem Gemeinschaftsacker steht derzeit auch der Türkische Mohn in seiner Blüte.
Zahlreiche Gäste waren gekommen, um die Gärten zu besichtigen.
Zahlreiche Gäste waren gekommen, um die Gärten zu besichtigen.

Ort der Inspiration

Zusätzlich zum privaten Hausgarten hat die Familie Heinzle auch den Gemeinschaftsgarten “Acker 12” angelegt, der nur durch den Umstand entstanden ist, dass im Hausgarten kein Platz mehr für weitere Pflanzen war. Beim Acker 12 spielt neben dem biologischen Gemüseanbau mittels Mischkultur auch die Kunst eine Rolle. Ein wellenförmiges Metall fällt hier besonders ins Auge: „Der Juppenschatten“, ein Werk des Bildhauers Albrecht Zauner.

Am Rande des Kiesweges strahlte die gelbe Rukolablüte.
Am Rande des Kiesweges strahlte die gelbe Rukolablüte.
Die Besucherinnen und Besucher konnten mit Christoph Heinzle fachsimpeln.
Die Besucherinnen und Besucher konnten mit Christoph Heinzle fachsimpeln.

Liebe und Herzblut

Die beiden Gärten von Familie Heinzle sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet: Eine alte Feuerschale dient als Biotop, in dem Moose siedeln und sich Mückenlarven im Wasser schlängeln. Das Herz der Heinzles für summendes und brummendes Getier, das auch die Vögel und Eidechsen mögen, kommt in ihrem „Arenarium“ zum Ausdruck: Ein mit Totholz gespickter Sandplatz, der Wildbienenarten eine Brutstätte bietet. Dieser wurde gemeinsam mit Kindern des Dorfes gestaltet, die mit großem Eifer bei der Sache waren.

Am Rande des Ackers sprießen zahlreiche Ribiseltrauben.
Am Rande des Ackers sprießen zahlreiche Ribiseltrauben.
Christoph Heinzle führte die Gäste durch seine Gärten.
Christoph Heinzle führte die Gäste durch seine Gärten.

Lernen mit allen Sinnen

Die beiden Gärten sind bewusster, manchmal unbewusster Experimentier- und Lernort, in dem der Zufall oder der richtige Moment eine wichtige Rolle spielen. So flog im Garten plötzlich der Kamillenfalter ein, was die Schmetterlingskundigen in Entzücken versetzte‚ gilt dieser doch seit Jahren als ausgestorben. Und ein Baumstamm wurde mittels „Aufpropfen“ mit 13 Obstsorten bestückt. „Was soll man machen, wenn wenig Platz für Streuobst ist“, erklärte Gartenbesitzer Christoph Heinzle zu diesem Experiment.

Die Blüten der Damaszenerrose ranken sich am Haus entlang.
Die Blüten der Damaszenerrose ranken sich am Haus entlang.
Auch dieses zarte Röslein stellte seine prächtigen Blüten zur Schau.
Auch dieses zarte Röslein stellte seine prächtigen Blüten zur Schau.

Akeleien säumen Wegesrund

Im Hausgarten wächst die Indianerbanane, deren Früchte ähnlich wie Mango schmecken. Akeleien säumen dort das von Trockenmauern umfriedete Wegesrund. Dieses Pflänzchen ist die Lieblingsblume von Besucherin Renate aus Riefensberg. “Die Vielfalt der Blumen, die Hingabe und das Wissen, das aus dem Garten spricht, ist unglaublich schön,” erklärt sie sich begeistert. VHA

Viele Schlupflöcher finden sich für die Insekten im Arenarium.
Viele Schlupflöcher finden sich für die Insekten im Arenarium.
Schlosser Wilhelm präsentiert stolz seine Metallarbeit.
Schlosser Wilhelm präsentiert stolz seine Metallarbeit.