Sonus Brass Ensemble begeistert mit Glanz und Raffinesse in der Basilika

Heimat / 11.11.2025 • 16:52 Uhr
Das Sonus Brass Ensemble Konzert in der Basilika war vom Feinsten.privat
Das Sonus Brass Ensemble Konzert in der Basilika war vom Feinsten. privat

Mit Brillanz, rhythmischem Feinsinn und viel Humor beendete das Ensemble das Konzertjahr.

Rankweil Sie ist längst kein Geheimtipp mehr, sondern fixe Größe auf internationalen Bühnen: das Sonus Brass Ensemble. Mehr als 2000 Konzerte haben die fünf Musiker seit ihrer Gründung absolviert – eine Zahl, die für sich spricht. Beim Abschlusskonzert der Basilikakonzertreihe in Rankweil stellten sie nun erneut unter Beweis, warum sie in der Welt der Blechbläsermusik so hoch geschätzt werden.

Mit beeindruckender stilistischer Bandbreite und musikalischer Präzision führte das Ensemble das Publikum durch ein abwechslungsreiches Programm, das vom Frühbarock bis zur Gegenwart reichte. Gleich zu Beginn setzte die “Ciaconna” von Andrea Falconieri den Ton: barocke Virtuosität, mit Leichtigkeit und Eleganz vorgetragen.

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Es folgte ein stimmungsvoller Kontrast: Alexander Arutiunians “Armenische Szenen”, feinfühlige Miniaturen voller Melancholie und Zwischentöne. Hier zeigte das Ensemble, dass es nicht nur kraftvoll, sondern auch leise, zart und mit viel Gespür für Atmosphäre musizieren kann.

Leonard Bernsteins “Divertimento” brachte dann rhythmische Raffinesse ins Spiel – eine Hommage an den Jazz, pointiert und präzise interpretiert. Die fünf Musiker – Stefan Dünser und Attila Krako an den Trompeten, Zoltán Kolb am Horn, Jan Ströhle an der Posaune und Harald Schele an der Tuba – erwiesen sich einmal mehr als exzellentes Kollektiv, das wie ein einziger atmender Organismus spielt.

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 Der Chef der basilikakonzerte” Anselm Hartmann”. privat

Ein besonderer Höhepunkt war die Uraufführung der “Proba musicalis inebriatorum” von Dietmar Kirchner – eine “musikalische Probe der Angeheiterten”, wie der Komponist augenzwinkernd anmerkte. Das Werk glänzte mit humorvoller Anlage, collageartiger Vielfalt und rhythmischer Komplexität. Trotz stilistischer Sprünge hielt ein motivisches Netz alles zusammen – eine Parodie, die ebenso klug wie unterhaltsam war.

Zum offiziellen Abschluss des Konzerts präsentierte das Ensemble mit “Saints Halleluja” von Luther Henderson ein Arrangement, das geistreich zwischen “Oh, when the Saints” und Händels “Halleluja” pendelte – ein letzter Beweis für die Virtuosität und den feinen Humor dieser Formation. Das Publikum dankte mit lang anhaltendem Applaus, das Ensemble revanchierte sich mit einer charmanten Zugabe. VN-TK