Archäologie am Augstenberg

Einzelfunde und Grabungen – urgeschichtliche Nutzung des Gargellentals ist gut belegt.
Schruns “Älteste Alpwirtschaft am Augstenberg? – Alpine Archäologie im hintersten Gargellental”. Diesen Titel wählte der Archäologe Martin Gamon für einen Beitrag auf “ausgegraben.at – Der Archäologie-Blog aus Vorarlberg”. Als Teil der Via Valtellina, so schreibt er, seien das Gargellental und das Schlappiner Joch bereits in der Urgeschichte begangen und genutzt worden. Einzelfunde aus der Bronzezeit und Eisenzeit vom Schlappiner Joch, aus dem Vergaldatal, aus Gargellen und vom Schafberg zeigten dies.
Menschen hätten das Gargellental vermutlich zur Jagd, zur Sömmerung des Viehs auf den Alpweiden oder zum Übergang ins Prättigau aufgesucht. Aufgrund von Untersuchungen der Universität Frankfurt am Main seien am Schafberg auch mehrere Alpwüstungen bekannt. Diese verweisen auf die Hochweidewirtschaft im Gargellental seit der Frühbronzezeit.

Um das Wissen der Landschaftsnutzung im Gargellental zu vertiefen, habe man den hintersten, etwas abgelegenen Bereich des Gargellentals ins Visier genommen, wie Martin Gamon schreibt. Das Valzifenz- und Wintertal seien bislang weiße Flecken auf der archäologischen Landkarte gewesen. Um die Pferche (umzäunte Bereiche im Freien) und weitere Strukturen genauer datieren und ansprechen zu können, habe 2024 eine einwöchige archäologische Kampagne stattgefunden.

Bevor die eigentlichen Grabungen losgingen, sei eine systematische Begehung mit dem Metalldetektor im Untersuchungsgebiet durchgeführt worden. Bei diesen Strukturen handelt es sich um Hirtensitze, überhängende Felsdächer (sogenannte Abris), Pferche und weitere Strukturen, die – so wird vermutet – großteils in Zusammenhang mit Hochweide- bzw. Alpwirtschaft stehen.

Der Augstenberg habe zu den mittelsteinzeitlichen Jagdrouten im Gargellental gezählt, was durch den Fund des Steinwerkzeugs aus der Grabung belegt sei. Er reihe sich ein mit den bisher bekannten Fundstellen Gitzistee, Schlappiner Joch und Schafberg sowie den übrigen Fundstellen im Ländle und den Nachbarregionen. Die einwöchige archäologische Kampagne in der Flur “Bi da Seele” vor zwei Jahren habe Hinweise auf Hochweide- bzw. Alpwirtschaft während der Bronze-, Eisen- und Römischen Kaiserzeit erbracht. Die Frage, ob die Hochweiden unterhalb des Valzifenzergrats damals vom Montafon aus bestoßen wurden oder über das Untere Grüafürkili vom näher gelegenen Prättigau aus, sei aktuell nicht zu beantworten.

Jedenfalls, so Martin Gamon, füge sich der Augstenberg in das laufend wachsende Bild der Archäologie von der Nutzung des alpinen Raumes während der Urgeschichte ein. Mit diesen Einblicken in die Vergangenheit der Flur “Bi da Seele” ergäben sich jedoch einmal mehr neue Fragen. Somit wären weitere Forschungen im Valzifenztal – und auch im benachbarten Vergaldatal – “wünschenswert”, so der Wissenschafter, der die Untersuchungsergebnisse zur prähistorischen Hochweidewirtschaft unlängst im Heimatmuseum in Schruns, in der Reihe “septimo” erstmals öffentlich präsentiert hatte; diese dauert noch bis 3. Oktober. SCO















