Auf die Chefsessel, fertig, los!

Karriere / 20.09.2019 • 09:16 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Nach wie vor gilt ein Kind als Karrierekiller. Selbst Frauen glauben, dass eine Chefposition ohne Flexibilität nicht funktioniert.
Nach wie vor gilt ein Kind als Karrierekiller. Selbst Frauen glauben, dass eine Chefposition ohne Flexibilität nicht funktioniert.

Nun liegt der Beweis vor: Frauen sind die besseren Führungskräfte.

Studie Teamarbeit, Flexibilität und Förderung ihrer Mitarbeiter: Das sind Eigenschaften, in denen Frauen besonders viel Kompetenz zugesprochen wird. Auf dem Chefsessel sind genau diese Fähigkeiten besonders gefragt. Doch sind Frauen auch tatsächlich die besseren Vorgesetzten? Ja, heißt es jetzt in einer aktuellen Studie der US-Beratungsfirma Zenger/Folkman. Eingeholt wurden dafür die Aussagen von knapp 4000 Männern und fast 5000 Frauen. Das Ergebnis bestätigt es jetzt schwarz auf weiß: Frauen werden als kompetenter eingeschätzt, vor allem wenn es darum geht andere weiterzuentwickeln. Zudem könnten Chefinnen besser im Team arbeiten und mit Veränderungen umgehen.

32 Prozent Frauen

Doch warum bekleiden dann nicht mehr Frauen eine Führungsposition? Denn es sind in ganz Österreich nur 32 Prozent, die eine Geschäftsführung Inne haben oder Eigentümerinnen sind. Und dieser Anteil ist seit dem Jahr 2017 gleichbleibend. Die Zahl ermittelte Wirtschaftsauskunftei Bisnode D&B Austria.

Analysiert wurde jedoch nicht nur in Österreich, sondern dreizehn europäischen Ländern wie Ungarn, Slowenien, Serbien, Belgien, Polen, Finnland, Deutschland, Dänemark, Tschechien, Norwegen, Slowakei und Schweiz. Dennoch gibt es eine gute Nachricht. „Österreich liegt im Vergleich mit den anderen zwölf untersuchten Ländern hinsichtlich des weiblichen Einflusses auf die Volkswirtschaft sehr gut“, erklärt Bisnode-D&B-Austria-Geschäftsführerin Alexandra Vetrovsky-Brychta: „Zwar ist der Einfluss von Frauen auf die Volkswirtschaft in Polen, Slowenien und Ungarn noch höher als in Österreich, aber mit einem Indexwert von 138 liegt Österreich deutlich über dem Durchschnitt von 100 und klar vor Ländern wie der Schweiz oder Deutschland.“

Karrierekiller Kind

Bemängelt wird der für viele immer noch zu niedrige Anteil dennoch. Warum das so ist, darauf gibt eine andere Studie der Personalberatung Lindlpower Antwort. Unter dem Titel „Wollen Frauen führen?“ wurden 180 Manager – 50 Prozent Männer und 50 Prozent Frauen – gefragt und festgestellt: Tatsächlich streben Frauen weniger nach einer Führungsposition als Männer. Sie trauen sich weniger zu, definieren den Karrierebegriff anders als Männer, sind mit dem Erreichten weit zufriedener und planen ihre Karriere weniger ziel- und karriereorientiert.

Frauen haben es schwerer

Allerdings muss man sich nichts vormachen. Auf die Frage nach den Chancen von Frauen im Vergleich zu Männern, eine Führungsposition zu erlangen, zeigt sich ein eindeutiges Ergebnis dahingehend, dass Frauen es schwerer haben, eine Führungsposition zu erlangen. Diese Sichtweise wird gleichermaßen von Frauen und Männern geteilt.

Ausschlaggebend dafür ist sowohl aus der Sicht der Frauen als auch aus Sicht der Männer die Familienplanung. Genannte Gründe sind Kinder oder eine mögliche Schwangerschaft sowie mangelnde Kinderbetreuungseinrichtungen und Doppel- beziehungsweise Mehrfachbelastungen.