Ein Hoch auf den Kunstraum
Es ist kaum zu glauben. Am vergangenen Wochenende feierte der Kunstraum Dornbirn sein Jubiläum zum Vierteljahrhundert. Und seit diesen 25 Jahren steht der gleiche Mann an der Spitze der Geschäftsführung: Hans Dünser. So etwas ist im Kunstbetrieb absolut unüblich und Dünser ist damit schon fast ein Dinosaurier. Dass er über so lange Zeit überlebt hat, das muss wohl mit mehreren Qualitäten, einmal mit seiner Person, ein anders Mal auch mit dem Verein, zusammenhängen. In jedem Fall: Für den Kunstraum gab es ausreichend Anlass zum Feiern.
Auffallend war, dass sich auch der Präsident des Kunstraumes, Ekkehard Bechtold, zum Jubiläum eher getragen gab. Was bei ihm in anderen Ansprachen zu Ausstellungseröffnungen nicht üblich ist, denn da leistet er sich – zur Freude des Publikums – doch immer wieder heitere, manchmal auch sarkastische, vielfach schelmische Nebenbemerkungen. Diesmal blieb er ganz an der Sache, geradezu seriös gegenüber auch den anwesenden Subventionsgebern von Stadt und Land. Wobei er aber doch nicht darauf vergaß, die Wichtigkeit des Kunstraums für Dornbirn ins rechte Licht zu stellen. Denn da gibt man sich nicht bescheiden, auch nicht in der eigenen Präsentation: „Der Kunstraum erhebt Anspruch, eine zentrale Rolle in Dornbirn zu spielen und als tragende Säule des Dornbirner Kulturgeschehens an der Profilbildung der Stadt mitzuwirken.“
Man sollte sich erinnern: Vor einem Vierteljahrhundert war Dornbirn in Sachen bildender Kunst – und auch sonstiger Kultur – ein weitgehend unbeackerter Boden. Erst langsam entwickelte damals die größte Stadt des Landes, die sich bis dahin vor allem auf ihre wirtschaftliche Kapazität verließ, ein Interesse für Kultur. Das hing auch mit Personen zusammen, mit jenen, die sich in verschiedenen Initiativen für die Kultur einsetzten, aber auch mit der Politik. Denn schon damals war Wolfgang Rümmele für die Kultur zuständig, ein Bereich, dem er auch seit mehr als zehn Jahren als Bürgermeister besonderes Augenmerk schenkt.
So war es auch für den Kunstraum möglich, in Nachbarschaft mit der inatura einen neuen Platz in den ehemaligen Rüsch-Werken zu finden. Einen großartigen Platz übrigens, mit dem der Kunstraum in vielen auf den Raum bezogenen Installationen auch entsprechend gut umgegangen ist. Die Feier zum Jubiläum fand mit Recht statt.
walter.fink@vn.vol.at
Die Meinung des Gastkommentators muss nicht mit jener in der Redaktion übereinstimmen.
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