Walter Fink

Kommentar

Walter Fink

Harte Landung für blauen Geier

Kultur / 08.03.2013 • 19:12 Uhr

Das war scharfer Tobak, den die Wählerinnen und Wähler am vergangenen Wochenende so manchen Politikern vor allem in Kärnten in die Pfeifen gemischt hatten. Und einigen ist diese Ladung in der Pfeife gar nicht bekommen, sogar explodiert. So wurde die FPK, die schlechte Kopie der Freiheitlichen im südlichsten Bundesland, geradezu in der Luft zerrissen.

Und mit ihr auch so mancher politische Mandatar, der geglaubt hatte, dass der Racheakt der Wähler an ihm vorbeigehen würde. Im Zentrum des Orkans stand Kurt Scheuch, der bis zur Wahl Parteiobmann der FPK und Regierungsmitglied war, nach dem Verlust von zwei Drittel der Stimmen nun aber seine Funktionen zurücklegen musste. Kurt Scheuch wird gemeinsam mit seinem Bruder Uwe wesentlich für die desaströse Niederlage der Freiheitlichen in Kärnten verantwortlich gemacht.

Auch seine niederösterreichische Kollegin Barbara Rosenkranz meinte nach dem Verlust von zwei Mandaten und dem Regierungssitz, dass es keinen Anlass für einen Rücktritt gebe, denn sie hätte mit ihren freiheitlichen Mitstreitern gute Arbeit geleistet. Scheuch ist aus der politischen Landschaft verschwunden, Rosenkranz bleibt erstaunlicherweise Parteichefin.

Da bleibt also viel Arbeit für den freiheitlichen Parteiobmann HC Strache, der bei diesen beiden Wahlen hart gelandet ist. In Niederösterreich hat man sich nur ein Bein gebrochen, aber in Kärnten, der einstigen Hochburg blau-braunen Gedankenguts, da sind die Freiheitlichen schlichtweg zertrümmert worden. Und Strache wundert sich, findet auch ziemlich harte Worte für die heutigen Verlierer, mit denen er noch gestern als guten Freunden auf der Bühne gestanden ist. So schnell endet politische Freundschaft.

Die Freiheitlichen, das ist eine Lehre aus diesen Landtagswahlen, sind entzaubert. Aber man hüte sich davor, die nun am Boden Liegenden als Besiegte zu sehen. Die Dinge können sich sehr schnell ändern, denn Wähler sind wankelmütig, vor allem nicht treu. Und so könnte es sein, dass sie sich vom reichen Onkel aus Kanada ab- und wieder dem blauen Gaukler zuwenden. Denn die Freiheitlichen haben nicht verloren, weil Rot oder Schwarz so gut sind, sondern weil vor allem Frank Stronach im gleichen Becken wie sie gefischt hat. Und wenn der wieder weg ist, dann schaut alles wieder anders aus.

walter.fink@vn.vol.at
Die Meinung des Gastkommentators muss nicht mit jener in der Redaktion übereinstimmen.