Walter Fink

Kommentar

Walter Fink

Ein Künstler und auch Förderer

Kultur / 12.07.2013 • 19:22 Uhr

Es ist fast auf den Tag genau vierzig Jahre her, da im Rahmen der 2. Bregenzer Randspiele im Bregenzer Deuringschlössle, das damals noch kein Gourmethotel war, eine Buchpräsentation besonderer Art stattfand. Vorgestellt wurde die Reihe „Zeitwörter“, die von der Vorarlberger Verlagsanstalt aufgelegt worden war. Die ersten drei Bände brachten folgende Autoren: Oscar Sandner, Ingo Springenschmid und Wolfgang Bauer. Der später aufgelegte vierte Band war Friederike Mayröcker vorbehalten. Vorarlberger Autoren also in bester österreichischer Gesellschaft.

In einem Artikel des Kritikers der „Presse“, Hans Haider, hieß es zu Springenschmid, der den Titel „Tische – Maximen und Ausreden“ vorgelegt hatte: „Seine theo­retischen, mehr aber noch seine literarischen Arbeiten zu verfolgen wird empfehlenswert sein.“ Es war einer der ersten großen Auftritte von Springenschmid, der erst drei Jahre vorher aus Salzburg nach Bludenz gekommen war, um im dortigen Gymnasium zu unterrichten. In kurzer Zeit hatte er sich einen Namen in Vorarlberg gemacht – als Autor ebenso wie als bildender Künstler. Vier Jahrzehnte später wurde er am vergangenen Montag mit dem Internationalen Kunstpreis des Landes Vorarlberg ausgezeichnet.

Die Jury hat eine gute Auswahl getroffen. Ingo Springenschmid ist seit vielen Jahren eine der herausragenden Persönlichkeiten im Kulturleben des Landes. Natürlich als Künstler, für den sein Werk als Bildender oder Schreibender ausreichend Auskunft geben würde, auch ausreichend Rechtfertigung für den verliehenen Preis. Doch bei Springenschmid muss man weiter ausholen, denn ebenso wichtig war sein Einsatz für die Kunst. Das gilt für seine Arbeit als Pädagoge, wo er immer wieder besonders talentierte Schüler an die Öffentlichkeit gebracht hat; das gilt für seine Rolle als Kunstvermittler, wenn er bei Ausstellungen gesprochen oder zu Ausstellungen und anderen Anlässen publiziert hat; das gilt für seinen Einsatz um die Galerie Seebacher in Nüziders oder im Bludenzer Verein allerArt; das gilt für seine Tätigkeit bei der Berufsvereinigung der bildenden Künstler Vorarlbergs; das gilt für seinen Einsatz für den künstlerischen Nachwuchs – vieles könnte man noch aufzählen. Springenschmid ist ein großartiger Künstler und ein großer Freund der Kunst. Der Kunstpreis des Landes gebührt ihm, auch weil die kulturelle Welt in Vorarlberg ohne ihn eine ärmere wäre.

walter.fink@vn.vol.at
Die Meinung des Gastkommentators muss nicht mit jener in der Redaktion übereinstimmen.