Viele Fragen – kaum Antworten
Das Herzstück des neuen Landesmuseums ist die Ausstellung „Ein Making-of“, für das Markus Barnay als Kurator verantwortlich zeichnet. Der Begriff wird bei Filmen verwendet, wenn man einen Blick hinter die Kulissen bieten will. Umgelegt auf die Ausstellung soll also damit wohl ein Blick auf das Werden des Landes gegeben werden. Wenn diese Annahme richtig ist, dann muss ich gleich am Anfang sagen, dass dieses Unterfangen nicht gelungen ist. Denn ich fürchte, dass die meisten nicht klüger aus dieser Schau herauskommen, als sie hineingegangen sind. Und das ist für ein Museum fatal.
Ich war mehrere Male in dieser Abteilung, ohne die Art der Präsentation wirklich nachvollziehen zu können. So gab ich mir am vergangenen Sonntag eine Führung, um vielleicht meine eigene Unzulänglichkeit korrigiert zu bekommen. Die Führung war hervorragend, das Problem aber blieb. Der Führer machte das, was am klügsten war: Anhand verschiedener Ausstellungstücke erzählte er Landesgeschichte – die Art der Präsentation aber blieb unerklärt. Was aber macht der, der keine Führung bekommt, der versucht, mit dem Gebotenen allein zurechtzukommen? Der wird, wie mir manch andere, auch kenntnisreiche Besucher bestätigten, mit großer Wahrscheinlichkeit scheitern. Denn hier wird viel gezeigt, es gibt zu viel zu lesen, aber es wird zu wenig erklärt, es werden Zusammenhänge hergestellt, die nicht erkennbar, die vor allem oft nicht nachvollziehbar sind. Nicht zuletzt: Es werden viele Fragen aufgeworfen, aber nur die wenigsten werden beantwortet.
An der Innenwand werden Personen gezeigt, offenbar jene, von denen die Verantwortlichen meinen, sie seien für die Landesgeschichte von Wichtigkeit. Über eine solche Auswahl kann man naturgemäß streiten, dem einen ist der eine zu viel, dem anderen fehlt jener. Diese Ausstellung kann also nicht, wie angekündigt, nur ständig ergänzt werden, sie muss, wenn man Verständlichkeit erreichen will, völlig neu gemacht werden.
walter.fink@vorarlbergernachrichten.at
Die Meinung des Gastkommentators muss nicht mit jener in der Redaktion übereinstimmen.
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