Walter Fink

Kommentar

Walter Fink

Besucher mögen das Museum

Kultur / 17.01.2014 • 18:21 Uhr

Inzwischen ist das Landesmuseum fast schon etabliert – im Stadtbild von Bregenz ebenso wie bei den Besuchern. Der Effekt des Neuen ist vorbei, und so wird sich das Museum in Zukunft durch die eigene Arbeit, durch ständige und Sonderausstellungen bewähren müssen. Bis jetzt kam ein erheblicher Teil des Publikums aus Neugier, vor allem auch der Architektur des Büros cukrowicz.nachbaur wegen. Es waren etwa 45.000 Besucher, die sich seit Ende Juni des vergangenen Jahres für dieses Haus interessierten. Das ist doch ganz erstaunlich, selbst wenn die Hälfte gratis Einlass fand. Wenn es nach Direktor Andreas Rudigier ginge, dann würde auch die andere Hälfte nichts bezahlen, dann wäre der Eintritt überhaupt frei. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

 

Bei der Anfang der Woche erfolgten Präsentation der Zahlen des letzten Jahres und der Pläne für das neue Jahr gab es aufgrund solcher Erfolge erfreute Gesichter. Bei Kulturlandesrat Harald Sonder­egger ebenso wie beim Direktor der Kulturhäusergesellschaft, Werner Döring, bei Direktor Rudigier sowieso.

All das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es bei den einzelnen Ausstellungen des Museums doch noch einiger Korrekturen bedarf, zum Teil sogar dringender Handlungsbedarf besteht. Auch dann, wenn, wie Rudigier erklärte, vier von fünf Besuchern das Museum sehr positiv bewerteten, dass sie ihm „Mut, vielfältige Zugänge, neue Einblicke“ bestätigten.

 

Besondere Aufmerksamkeit in diesem Jahr kommt den Sonderausstellungen zu. Anfang Februar werden „Die Alpen in der Fotografie“ vorgestellt, ab Ende des Jahres wird „Das Frühmittelalter am Bodensee“ gezeigt. Zentrale Ausstellung ist von Juni bis November „Ich, Felder – Dichter und Rebell“.

Das Jubiläum, der 175. Geburtstag, ist zugegeben nicht gerade ein zwingender Anlass, andererseits stand Franz Michael Felder zuletzt vor 45 Jahren, zum 100. Todestag, im Zentrum einer ähnlichen Würdigung. Allerdings sollte das Museum eine Korrektur vornehmen: In der Dauerausstellung „vorarlberg. ein making-of“ ist eine Art Ahnengalerie der wichtigsten Menschen Vorarlbergs.

 

Da sind auch Kaspar Moosbrugger und Gallus Moosbrugger, der eine Freund, der andere Gegner Felders, angeführt. Den aber, der diesen beiden zur Berühmtheit verholfen hat, Franz Michael Felder, sucht man vergebens. Das ist ziemlich peinlich.

walter.fink@vorarlbergernachrichten.at
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