Lieber ein Ende mit Schrecken
Die Dinge haben sich angekündigt. Schon seit einiger Zeit war der Bregenzer Kulturamtsleiter Wolfgang Fetz in die Kritik gekommen, intern ebenso wie extern. Im Kulturamt war offensichtlich der Umgang zwischen Leiter und Mitarbeitern nicht so, wie er sein sollte, zudem soll Fetz einen nicht lupenreinen Umgang mit Spesengeldern gepflegt haben. Schließlich haben wohl auch seine vielen Dienstreisen, die ihn wochenlang quer durch die Welt geführt haben, nicht dazu beigetragen, das positive Klima im Kulturamt zu stärken. Und nicht zuletzt gab es Klagen von Künstlern, die sich durch das Kulturamt nicht wirklich betreut fühlten. Manches könnte man noch aufzählen, was da nicht gepasst hat, einiges ist gegenüber dem Dienstgeber auch schriftlich festgehalten. Kurz: Wolfgang Fetz war als Leiter des Kulturamtes nicht mehr zu halten. Dass die Stadt Bregenz eine einvernehmliche Lösung des Dienstverhältnisses mit gutem finanziellen Ausgleich angeboten hat, ist anständig. Man hätte auch anders, schärfer, reagieren können. Aber hier galt wohl der Satz, dass ein Ende mit Schrecken besser sei als der berühmte Schrecken ohne Ende, den manche befürchtet hatten.
Damit sollte ein unerfreuliches Kapitel in der Bregenzer Kulturpolitik abgeschlossen sein, nun muss man sich um die Zukunft kümmern. Denn da eröffnen sich interessante Möglichkeiten. Vor Kurzem hat ja der Leiter des Tourismusamtes, Christoph Thoma, ein sehr verlockendes Angebot der Esterhazy Privatstiftung in Eisenstadt angenommen, zudem hat Kulturstadträtin Judith Reichart am Donnerstag ihren Rücktritt noch im Frühling angekündigt. Ein naheliegender Zusammenhang mit der Ablöse von Wolfgang Fetz wird von Reichart bestritten. Damit sind drei wesentliche Positionen, deren Zusammenarbeit für die Stadt höchst förderlich sein könnte, fast zeitgleich zu besetzen.
Man stelle sich einmal vor, was da herauskommen könnte, wenn Tourismusdirektor, Kulturamtsleiter und Kulturstadtrat (alle drei natürlich auch weiblich zu denken) gemeinsame kulturelle Strategien für Bregenz entwickeln würden. Da käme man wohl über die bisher üblichen Tanz- und Konzertereignisse hinaus, da wäre plötzlich auch das Magazin4 neu zu sehen. Vielen anderen Möglichkeiten könnte Raum geschaffen, Bregenz wirklich zur interessanten Kulturstadt befördert werden. Vielleicht sogar zur Kulturhauptstadt.
Damit sind drei wesentliche Positionen, deren Zusammenarbeit für die Stadt höchst förderlich sein könnte, fast zeitgleich zu besetzen.
walter.fink@vorarlbergernachrichten.at
Walter Fink ist pensionierter Kulturchef des ORF Vorarlberg.
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