Zwei besondere Ereignisse
In den letzen Tagen hat es zwei wichtige Ereignisse gegeben. Gut eine Woche ist es her, dass in Venedig die Architektur-Biennale eröffnet wurde, darunter auch der Österreich-Pavillon, der von Verena Konrad, der Direktorin des Vorarlberger Architekturinstituts, kuratiert wurde. Allein schon diese Berufung durch Thomas Drozda, den Kunstminister der vorigen Regierung, war eine besondere Auszeichnung für Konrad. Dass sie bereits kurz nach ihrer Bestellung mit Gernot Blümel, dem Minister der neuen Regierung, arbeiten musste, scheint die Beziehung nicht besonders gefördert zu haben.
Der Mut von Verena Konrad, bei der Eröffnung des Österreichischen Pavillons die Kulturpolitik Österreichs auch kritisch zu hinterfragen, hat ihr zwar kritische Blicke des neben ihr stehenden Ministers, aber auch Szenenapplaus des den Vorplatz füllenden Premierenpublikums und gute Presse eingebracht. Konrad hat aber auch bei der Auswahl für den Pavillon gezeigt, dass sie bereit ist, ungewöhnliche, damit vielleicht auch unpopuläre Wege zu gehen.
In jedem Fall war die Präsentation von Verena Konrad in Venedig war nicht nur ein Erfolg für sie, sie hat auch dem vai und dem durch Landeshauptmann Markus Wallner vertretenen Land Vorarlberg sehr gut getan.
Das andere Ereignis fand in kleinerem Rahmen statt. Im Bregenzer Künstlerhaus wurde Anfang dieser Woche die Generalversammlung der Berufsvereinigung der bildenden Künstlerinnen und Künstler Vorarlbergs abgehalten. Das allein ist noch nichts Besonderes, das findet alle zwei Jahre statt.
Dass aber nach nunmehr 27 Jahren an der Spitze dieser Vertretung der Künstlerschaft Willi Meusburger nicht mehr für das Amt des Präsidenten antrat, das war neu, denn ein erheblicher Teil der Mitglieder kennt gar keinen anderen Präsidenten als Willi, der fast schon zum Synonym für die Vereinigung geworden war. Nahezu drei Jahrzehnte an der Spitze einer Gemeinschaft, die sich nicht durch besondere Geschlossenheit auszeichnet, das hat nicht nur in Vorarlberg Seltenheitswert. Nun gibt es eine neue Ära bei der BV, mit Maria Simma-Keller folgt nicht nur erstmals eine Frau, sondern auch einen neue Generation als Präsidentin.
Dass dieser Wechsel zwar dem Bregenzer Stadtrat Michael Rauth, aber nicht einem Vertreter des Landes einen Besuch wert war, verwundert, denn nach so langer Dienstzeit hätte sich Meusburger offizielle Schlussworte, Simma-Keller eine entsprechende Begrüßung verdient, auch als öffentliche Anerkennung der Leistungen der Berufsvereinigung.
„Nahezu drei Jahrzehnte an der Spitze einer Gemeinschaft, die sich nicht durch besondere Geschlossenheit auszeichnet: Das hat nicht nur in Vorarlberg Seltenheitswert.“
Walter Fink
walter.fink@vn.at
Walter Fink ist pensionierter Kulturchef des ORF Vorarlberg.
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