Nach dem „Rigoletto“ ist vor dem „Rigoletto“

Kultur / 16.08.2019 • 16:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Für die Zukunft gewappnet: Kaufmännischer Direktor Michael Diem, Präsident Hans-Peter Metzler, Intendantin Elisabeth Sobotka bei der Bilanzpräsentation drei Tage vor Saisonende. SAMS

Festspiele schließen die Saison am Sonntag mit rund 250.000 Besuchern. Fast alle Produktionen waren ausverkauft.

Christa Dietrich

Bregenz Nach dem „Rigoletto“ ist vor dem „Rigoletto“: Die einzigartige Neuinszenierung auf dem See hat den Bregenzer Festspielen heuer rund 180.000 Besucher beschert, rund 15.000 Tickets mussten bei bislang drei Regenabsagen wieder rückerstattet werden. Insgesamt wurden 2019 rund 250.000 Besucher gezählt. Bereits am Tag der Premiere waren alle Aufführungen ausverkauft, Tickets für die Wiederaufnahme im kommenden Sommer sind ab Beginn der Saisondernière buchbar, das heißt, ab 18. August, 21 Uhr. Die Produktion auf dem See wird bekanntermaßen zwei Jahre lang gespielt, im Jahr 2020 soll es 27 „Rigoletto“-Aufführungen geben. Wer bei der Bilanzpräsentation vor Medienvertretern genau hinhörte, kann Schlüsse ziehen. Die Frage, ob es vielleicht eine 28. gibt, beantwortet der kaufmännische Direktor Michael Diem mit einem einfachen Satz: „Ich würde mich freuen.“

Im Gespräch mit den VN erläuterte Intendantin Elisabeth Sobotka die Besonderheiten eines Programms, das nun jenen Umfang hat, den sie seit ihrer Ankunft in Bregenz im Jahr 2015 anstrebte. Eine vierte Aufführung von „Don Quichotte“, der Oper im Festspielhaus, wäre wahrscheinlich nicht mehr voll und würde mehr kosten als sie einbringt. Außerdem würde sie weitere Einschränkungen bedingen, nämlich bei der Zahl der Seeaufführungen und der Konzerte. Die VN konnten in Erfahrung bringen, dass „Don Quichotte“ in der enorm ideenreichen, aber dennoch kompakten Inszenierung von Mariame Clément von einer deutschen Bühne übernommen wird. Neben jener in Mannheim hatten auch andere Unternehmen Interesse bekundet.

Uraufführungen

Längst klar ist, dass „Der Reigen“ von Bernhard Lang nach Wien kommt und dass im nächsten Jahr mit „Wind“ des Vorarlbergers Alexander Moosbrugger eine Uraufführung auf dem Programm steht. Elisabeth Sobotka hat, wie sie den VN verrät, noch eine zweite in Planung: „Wir stehen uns auf der Werkstattbühne damit zwar selbst auf den Füßen, aber ich möchte dort zwei Projekte machen.“ Nach „Don Quijote“, der Premiere einer Produktion des Deutschen Theaters Berlin, wird auch das Schauspiel weiterhin im Programm bleiben. Apropos Verlängerung: Genaugenommen beginnen die Bregenzer Festspiele im Jahr 2020 früher, schon Ende Mai wird eine „Rigoletto“-Produktion für Kinder aufgeführt. Partner sind das Symphonieorchester Vorarlberg und das Unternehmen Opera Domani aus Como, mit dem man bereits im Vorjahr, bei einem „Carmen“-Projekt für Kinder sehr gute Erfahrungen gemacht hat.

Man habe sehr wenig Grund, am bestehenden Konzept zu rütteln und werde die „vorsichtige unaufgeregte Strategie weiterfahren“, zeigte sich Festspielpräsident Hans-Peter Metzler erfreut über den Verlauf. Die geplante Sanierung des Festspielhauses und der Seebühne werde finanzierbar sein. Zehn Prozent, das heißt, rund 5,5 Millionen Euro, müssen die Festspiele dafür selbst aufbringen. „Wir sind gewappnet“, sagte Michael Diem.