Vorarlberger Theatermobil setzt auf Versöhnung

Kultur / 03.01.2020 • 10:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Armin Weber tritt mit verschiedenen Gruppierungen auf und hat mit dem Theatermobil sein eigenes Ensemble gegründet.  <span class="copyright">Uysal</span>
Armin Weber tritt mit verschiedenen Gruppierungen auf und hat mit dem Theatermobil sein eigenes Ensemble gegründet.  Uysal

Das Vorarlberger Ensemble Theatermobil ist wieder aktiv und nahm Kontakt zu einem palästinensischen Arzt und Autor auf.

Christa Dietrich

Rankweil, Sulz Mit Izzeldin Abuelaish kommunizierte er über Skype. Der palästinensische Arzt und Autor gab Auskunft zu seinem Buch, erzählte von seinem harten Schicksal und wäre auch bereit, nach Vorarlberg zu kommen, um seinen Appell zur Versöhnung im Rahmen eines Vortrags zu erläutern. Die Anwesenheit bleibt ungewiss, aber trotz seines minimalen Budgets konnte Armin Weber, Leiter des Vorarlberger Ensembles Theatermobil, das Recht für die österreichische Erstaufführung des Stücks „Ich werde nicht hassen“ nach dem Text von Abuelaish erwirken. Die Proben sind im Gange, Weber hat alles drangesetzt, das Werk auch ohne Unterstützung durch die Kulturabteilung des Landes zu realisieren. Dass die Kunstkommission das Projekt ohne weiteren Kommentar für nicht förderungswürdig einstufte, hat ihn nicht von seinem Vorhaben abhalten können. Vor Jahren ließ er mit einem Solostück zum Thema Demenz aufhorchen, jetzt ist das Ensemble Theatermobil wieder aktiv und es geht um die Versöhnung, um den Dialog, um das Aufbegehren gehen Hass.

„Es war langwierig, aber wir haben die Rechte für die österreichische Erstaufführung erhalten.“

Armin Weber, Theatermacher

Izzeldin Abuelaish hat ihn in Gaza erlebt, durchlitten, er hat drei seiner Kinder durch einen Raketeneinschlag in sein Haus verloren. Als palästinensischer Arzt und Geburtshelfer, der in einem israelischen Krankenhaus arbeitete, erzählt er von diesem grausam schmerzlichen Verlust, vom harten Alltag davor. Er hat seine Heimat mittlerweile verlassen, lebt in Kanada, ist aber überzeugt, dass er dennoch weiterkämpfen muss, für den Frieden, für die Aussöhnung und vor allem auch für mehr Rechte der Frauen.

Freundschaften

Armin Weber hat von der Dramatisierung des Buches im Theaterhaus Stuttgart erfahren. Mit dem bekannten Schauspieler Ernst Konarek, der die Adaptierung für die Bühne gemeinsam mit Silvia Armbruster verfasst hat, ist er seit den Dreharbeiten für den Film „Der Atem des Himmels“ von Reinhold Bilgeri befreundet. Konarek gastierte mittlerweile mit „Die Legende vom Heiligen Trinker“ in Vorarlberg. Bei Gesprächen mit ihm hat sich Webers Auffassung, dass es das absolut richtige Stück ist, verstärkt. Zudem wurde „Ich werde nicht hassen“ erst vor wenigen Monaten vom WDR als Hörspiel produziert. Armin Weber inszeniert den Text als Monolog mit Gerhard Zuggal. Das trifft sich gut, auch mit ihm ist er seit Jahren freundschaftlich verbunden, er teilt mit ihm die Leidenschaft für jenes engagierte Theater, das einige dieser kleinen, dem Amateurbereich zugeordneten Bühnen im Land auszeichnet.

Gegründet wurde das Theatermobil bereits vor rund zehn Jahren. Obwohl man mit der Theatergarage in Sulz jüngst einen fixen Standort einrichten konnte, steht Armin Weber mit jeder Produktion vor einer Reihe von Herausforderungen. „Es ist oft schwer, Veranstalter zu finden, ich kann mich nicht stets in eine Bühne einmieten.“ Die Premiere von „Ich werde nicht hassen“ findet im Theater Kosmos in Bregenz statt, in Sulz wird man das Stück ebenfalls anbieten, das Alte Kino Rankweil hat ihm die Türen geöffnet, im Kulturverein Bahnhof in Andelsbuch hat man ebenso Interesse wie am Feldkircher Saumarkt. Weitere Stationen sind in Planung.

Premiere am 24. Jänner im Kosmos in Bregenz. Weitere Stationen: Altes Kino Rankweil (ab 29. Jänner), Theatergarage in Sulz, Bahnhof Andelsbuch, Saumarkt Feldkirch.