Christa Dietrich

Kommentar

Christa Dietrich

Musikuni im Land fast ohne Musiktheater

Kultur / 14.01.2020 • 08:59 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Wenn nun alles planmäßig läuft, gibt es in Vorarlberg in ein bis zwei Jahren eine Musikuniversität. Das Landeskonservatorium in Feldkirch, das nur noch durch eine Kooperation mit dem Mozarteum in Salzburg am Leben erhalten werden konnte, hat ausgedient. Wesentlich mehr Studierende wird es vorerst wohl nicht geben, und die meisten lassen sich hier zu Lehrern und nicht zu Musikern ausbilden.

Im Zuge der erfreulichen Tatsache, dass das Bildungsbudget in einem Land erhöht wird, in dem man universitäre Einrichtungen als Brutstätten von reflexionsfähigen Aufmüpfigen jahrzehntelang geradezu fürchtete, ist es wünschenswert, dass die Musikuni auch das Musikleben beeinflusst. Nicht, dass es zu wenig Konzerte gibt. Aber auch auf die Gefahr hin, dafür gegeißelt zu werden, darf man festhalten, dass es mitunter zu viel gibt, leider zu viel vom Gleichen. Dabei darf es in einem Land, in dem derart gute Musiker tätig sind, nicht sein, dass sich das Landestheater eine einzige Oper pro Jahr kaum leisten kann. Neben den Festspielproduktionen im Sommer gähnt diesbezüglich ziemliche Leere.

Es steht wohl außer Frage, dass vor allem auch junge Leute für szenische und halbszenische Projekte zu gewinnen sind. Bei der jüngsten, kleinen „Hänsel-und-Gretel“-Produktion war das erneut zu sehen. Das Musiktheater Vorarlberg macht es auch immer wieder vor und bietet heuer beispielsweise ein Musical. Dieses Potenzial lässt sich ausbauen, natürlich mit entsprechendem Augenmaß, aber etwa mit einem neuen Stück. Das bringt den Künstlern etwas und dem Publikum.