Junge Menschen machen Musik mit Aussicht

Kultur / 13.02.2020 • 11:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Christoph Ebele mit dem Kammermusikensemble Quarta 1/4 seiner Quarta 4 Länder Jugendphilharmonie bei den Proben in Bizau. VN/PAULITSCH

Die Quarta 4 Länder Jugendphilharmonie hat sich trotz aller Widerstände weiterentwickelt.

Christa Dietrich

Bizau In der Remise in Bludenz erfolgt der Start, dann geht es gleich hoch hinauf, nämlich in den schönen Konzertsaal Arlberg 1800 im noblen Hospiz-Hotel von St. Christoph, um tags darauf neben der fantastischen Akustik in der Evangelischen Kirche am Ölrain sozusagen wieder den Bodensee im Blick zu haben und die Tour dann im Angelika Kauffmann Saal in Schwarzenberg zu beenden. Jenes Kammermusikensemble, das seit einigen Tagen in einem intensiven Probenakt in Bizau ein Programm erarbeitet, stellt sich somit einem breit gefächerten Publikum. Die Sicherheit, die der Festsaal des Landeskonservatoriums bietet, den die Vorarlberger Musikfreunde frequentieren, gibt es nicht.

„Wir sind darauf angewiesen, private Sponsoren zu finden, die das Musikprojekt stützen.“

Christoph Eberle, Dirigent

Auch die Quarta 1/4, wie der Dirigent Christoph Eberle die kleine Formation seiner Quarta 4 Länder Jugendphilharmonie nennt, hat somit die Aufgabe, Bedürfnissen zu entsprechen und Interesse an der Musik zu wecken. So verhält es sich im Hinblick auf das Publikum, für die Mitwirkenden selbst geht es um die wichtige Erfahrung im Orchesterspiel, um die Auseinandersetzung mit der Musikliteratur im professionellen Rahmen.

Im Februar und im September

Bei den Konzertterminen im Februar und September, denen jeweils die erwähnte Probenwoche vorangeht, wird es bleiben, erläutert Christoph Eberle seine künftigen Vorhaben. Der Name Quarta 4 Länder Jugendphilharmonie wurde nicht gewählt, damit sich ein gut klingendes Orchester auch klangvoll ankündigen kann, die jungen Mitglieder stammen zwar überwiegend aus Vorarlberg, aber auch aus den angrenzenden Staaten. Diese Tatsache schlägt sich in der Wahl der Auftrittsorte nieder. Neben Stationen in Vorarlberg bleiben für das große Orchester Wangen und St. Gallen im Plan. Konzerte in der dortigen Tonhalle belasten, wie Eberle erwähnt, zwar das Werbebudget, mit jungen Schweizern im Team, will man aber das Schweizer Publikum nicht aus den Augen verlieren.

Für die Politik kein Kulturprojekt

Dass es sich bei der Jugendphilharmonie um ein Projekt handelt, das von der Kulturpolitik des Landes nicht anerkannt wird, schmerzt Christoph Eberle. Er wird erneut einen Antrag stellen, kalkuliert das Scheitern aber gleich mit, denn Unterstützung in Form einer Subvention erfährt das vor vier Jahren gegründete Orchester nur von der Wissenschaftsabteilung. Man muss einen Forderungskatalog erfüllen und erhält dann pro Konzertprojekt ein paar Tausend Euro. „Ich sehe es als Aufbauarbeit“, fasst Eberle seine Aktivitäten neben der Erstellung des Programms und dem Dirigieren zusammen.

Unterstützung durch den Verein

Über 120 Mitglieder konnte der Verein Quarta 4 mittlerweile gewinnen. Jedes Mitglied ist ein wichtiger Unterstützer der Vorhaben, deren Zukunft auch davon abhängt, private Sponsoren zu gewinnen. Dass auch dieses Engagement Früchte trägt, zeichnet sich ab. Eberle hat längst den Herbsttermin in Planung, bei dem er unter anderem die 4. Sinfonie von Mahler realisiert.

Tolle Solisten

Nun gilt die Aufmerksamkeit Werken von Bach, Mozart und Dvorak, von dem die Serenade in E-Dur zur Aufführung kommt. Beim Doppelkonzert für zwei Violinen von Bach begegnen einander mit Oskar Kaiser und David Kessler zwei aufstrebende Geiger aus Süddeutschland und Vorarlberg. Es sei auch für ihn sehr bereichernd, wenn er erfahren kann, wie sich etwa jene seiner Musikerinnen und Musiker, die vom Start an dabei waren, in den letzten vier Jahren entwickelt haben, erzählt Eberle.

Konzerte: 13. Februar, Remise Bludenz; 14. Februar, 1800, St. Christoph; 15. Februar, Evangel. Kirche in Bregenz; 16. Februar, Kauffmann Saal Schwarzenberg: quarta4.org