Christa Dietrich

Kommentar

Christa Dietrich

Krimispannung in der Literaturvilla

Kultur / 30.12.2020 • 19:18 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Bei der Verortung nehmen es Filmemacher oft nicht so genau. Im Fall der TV-Krimiserie „Die Toten vom Bodensee“, in der auch das österreichische Ufer oft ins Bild gerückt wird, ist es Ortsunkundigen aber sicher egal, wo die baufällige Villa wirklich steht, in der ein Teil der Handlung der neuen, am Mittwochabend erstmals ausgestrahlten Folge mit Titel „Der Wegspuk“ spielt. Die anderen bringen das Gebäude nicht mit dem See, sondern mit Hohenems und zudem mit einer Branche in Verbindung, die in dieser Serie trotz guter schauspielerischer Leistungen – etwa von Hary Prinz und dem hierzulande gut bekannten Stefan Pohl – nicht zum Ausdruck kommt, nämlich mit der Literatur. Gedreht wurde unter anderem in der Villa Franziska und Iwan Rosenthal im ehemaligen Jüdischen Viertel von Hohenems, die ganz andere Geschichten zu erzählen hätte und die vor nunmehr bald zwei Jahren ihrer Bestimmung als Literaturhaus übergeben wurde.