Den Blick für das Schöne bewahren

Kultur / 07.01.2022 • 20:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ein Teil der Ausstellung findet auch im großartigen Ambiente des an die Werkstatt grenzenden Holzreifehauses statt.

Ein Teil der Ausstellung findet auch im großartigen Ambiente des an die Werkstatt grenzenden Holzreifehauses statt.

Ausstellung mit Arbeiten von Thomas Bohle und Ernst Gamperl in der Holzwerkstatt Markus Faißt in Hittisau.

Hittisau Es sei völlig in Ordnung, wenn die Leute auch nur zum Schauen kommen, erklärt Markus Faißt. Wenn der Inhaber der Holzwerkstatt in Hittisau wiederum eine Ausstellung realisiert, dann engagiert er sich nicht als Galerist, der mit Kunst handelt und dabei auf Qualität achtet, sondern gerade in einer Zeit, in der die Pandemie nahezu jedem eine besondere Herausforderung auferlegt, in erster Linie als Kunstvermittler. Rundheraus gesagt, auch als Vermittler von etwas besonders Schönem. Es braucht nicht abzulenken, aber es kann wohl helfen, sich den Blick für das Schöne zu bewahren.

Der Titel „Erde und Holz“ nimmt sich lapidar, fast etwas bescheiden aus. Die Arbeiten des Keramikkünstlers Thomas Bohle, geb. 1958 in Dornbirn, stehen für das eine Element, die Objekte Ernst Gamperl, geb. 1965 in München, für das andere. Die Zusammenführung im großartigen, das Erlebnis noch steigernden Ambiente der Holzwerkstatt mit dem angrenzenden Holzreifehaus ist durchaus von Kontrasten gekennzeichnet und konfrontiert die Betrachter auch mit dem Sprachreichtum von Gefäßobjekten.

In der Oberliga

Während Bohle den Begriff vielschichtig auffasst und dabei die Oberfläche in einer reichen Farbpalette fokussiert, die ob seines Könnens und seines Vertrauens auf die Intention weit weniger dem Zufall überlassen ist, als man meinen möchte, ist Gamperl auf enormes Gespür bei der Auswahl des Ausgangsmaterials angewiesen. Dass beide absolute Profis im Umgang mit dem jeweiligen Ausgangswerkstoff sind, versteht sich von selbst. Thomas Bohle wie Ernst Gamperl gehören in ihrem Metier im Vergleich der Oberliga an, haben sich international zu bewähren und in ihrem künstlerischen Ausdruck zu vervollkommnen. Und dennoch leugnen beide nicht, dass der Ursprung ihrer Arbeit im Handwerk liegt. Dieser Aspekt tritt am Ort dieser Ausstellung augenscheinlich, aber nicht aufdringlich zu Tage.

Blick vom Ausstellungshaus in die Landschaft des Bregenzerwaldes.

Blick vom Ausstellungshaus in die Landschaft des Bregenzerwaldes.

Arbeiten von Thomas Bohle und Ernst Gamperl in der Holzwerkstatt Markus Faißt in Hittisau. VN/Steurer
Arbeiten von Thomas Bohle und Ernst Gamperl in der Holzwerkstatt Markus Faißt in Hittisau. VN/Steurer
Den Blick für das Schöne bewahren

Geöffnet in der Holzwerkstatt Markus Faißt in Hittisau, Nussbaum 361, bis 26. Februar, Fr und Sa, 15 bis 18 Uhr: www.holz-werkstatt.com

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