“Wir machen aber trotzdem weiter mit Theater”

Landestheater macht mit theaterpädagogischem Angebot aktive Begegnung mit der Vielfalt des Theaters möglich.
Bregenz Die Welt gibt derzeit wenig Anlass zu Optimismus. “Wir machen aber trotzdem weiter mit Theater”, betont Landestheaterintendantin Stephanie Gräve bei der Präsentation der theaterpädagogischen Angebote der Spielzeit 2022/23.
Man investiere, wenn auch unter schwierigen Voraussetzungen, sehr viel Kraft und Engagement in die Zukunft des Theaters. Dazu gehört auch ein speziell auf Kinder und Jugendliche zugeschnittenes Programm. Dabei sollen aber keineswegs nur die jungen Theaterfreunde angesprochen werden. “Jedes Stück, das für Kinder und Jugendliche geeignet ist, ist für Erwachsene genau so großartig. Auch die Stücke ab zwei Jahren machen für Erwachsene Spaß”, unterstreicht Gräve. Die Theaterpädagogik als wichtiger Bestandteil der künstlerischen Arbeit des Vorarlberger Landestheaters ermöglicht allen Generationen eine aktive Begegnung mit der Vielfalt des Theaters. “Uns ist es wichtig, dass das Theater auch als außerschulischer Lernort wahrgenommen wird”, sagt Chefdramaturg Ralph Blase.

Das Familienstück “Alice im Wunderland” für Kinder ab sechs Jahren, das am 24. November im Großen Haus Premiere feiert, sei eines der besten Beispiele, wie Theater auch generationenübergreifend funktionieren kann. In der Box wird die Saison mit King Kong Vivienne (14+), einem Stück von Vivienne Causemann über die Rollenbilder junger Frauen, eröffnet. Die Box des Landestheaters wird Schauplatz für Stücke wie “Wutschweiger” (10+), “Frida – Viva la Vida” (12+) oder “Else ohne Fräulein” (13+). Auch mit John Steinbecks “Von Mäusen und Menschen” (13+), das Themen wie Diversität, Armut und Freundschaft behandelt, will man verstärkt Schulen ansprechen. “Erdbeben in London” (13+) von Mike Bartlett widmet sich der Klimakrise und der Zukunftsangst. “Das sind Produktionen, die junge Menschen in ihrer Lebensrealität abholen”, erklärt Blase.

Das junge Landestheater produziert weiterhin Klassenzimmerstücke, bei denen die Schule zur Bühne umfunktioniert wird. Neben “Der betörende Gesang des Zaubervogels” (6+) und “Wild!” (8+), werden auch “Ronny von Welt” (10+) und der “Schwalbenkönig” (12+) als mobile Produktion angeboten. Ein Einblick hinter die Kulissen wird im Rahmen von Theaterführungen oder Probenbesuchen gegeben. In Familien-Box werden in diesem Jahr Gastspiele und Workshops für Kinder ab zwei Jahren angeboten. Eröffnet wird die Saison von der Theatergruppe Lottaleben & theater.nuu, die das Stück “Fliegen Lernen” im Großen Haus zeigt.

Der Austausch mit den Schulen soll künftig noch weiter ausgebaut werden, informiert Ralph Blase, unter anderem soll die Zusammenarbeit mit den Theatercoaches Markus Riedmann und Michael Schiemer intensiviert werden. “Wir entwickeln ein spezielles Workshopprogramm, damit wir noch mehr Menschen erreichen können.” Dass die Arbeit für das junge Publikum von Erfolg gekrönt ist, zeige etwa die Produktion “Else ohne Fräulein”, die für den Stella*22 in der Kategorie „Herausragende Produktion für Jugendliche” nominiert ist und Anfang Oktober in Wien gezeigt wird.
Saisoneröffnung: 17. September, “Die heilige Johanna der Schlachthöfe”; Programm: landestheater.org