Der Werkraum kommt nicht zur Ruhe

Kultur / 28.09.2022 • 18:31 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Werkraum Bregenzerwald ist ein Zusammenschluss von Handwerks- und Gewerbetreibenden.
Der Werkraum Bregenzerwald ist ein Zusammenschluss von Handwerks- und Gewerbetreibenden.

Belinda Rukschcio geht in die Bildungskarenz, Cornel Hess soll Nachfolger werden.

Andelsbuch Wie die „Kultur-Zeitschrift“ in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, verabschiedet sich Belinda Rukschcio vorläufig in die Bildungskarenz. Rukschcio ist seit 2019, nach Thomas Geisler und Miriam Kathrein, schon die dritte Geschäftsführerin, die den Werkraum – zumindest für eine gewisse Zeit – verlässt. Kathrein, die aus Bregenz stammende Designerin und Kulturmanagerin, hatte im Frühjahr 2019 die Geschäftsleitung von Thomas Geisler übernommen, der seit 2016 im Bregenzerwald tätig war und mittlerweile Direktor des Kunstgewerbemuseums in Dresden ist. Leiterin in der Gründungs- und Aufbauphase des Werkraum Bregenzerwald war die Kunsthistorikerin Renate Breuß. Neuer Geschäftsführer soll Cornel Hess werden, der bis vor kurzem noch in der Metzgerei Naturpark Nagelfluhkette eGen. die Geschäfte führte. Der gebürtige Amerikaner (Chicago), der in Oberkirchen (Deutschland) aufwuchs, war nach seinem Jus-Studium mehrere Jahre bei der Vita AG im Vertrieb und Marketing tätig und wechselte 2005 zur Zumtobel Lighting GmbH, wo er als Key Account Manager beschäftigt war. Zwischen 2017 und 2019 war er Leiter der Marketingabteilung bei Thorn Lighting (Teil der Zumtobel Group), bevor er 2019 das Metzgerhandwerk lernte.

Peter Fink, einer der Mitgründer und langjähriger Obmann des Vereins, betont im Gespräch mit der „Kultur-Zeitschrift“, dass es für den Werkraum an der Zeit ist, einen neuen Weg einzuschlagen. Dieser soll die bestehenden Probleme aufdecken, analysieren und anschließend besprechen und anpassen. Nur so könne man wieder Mitglieder für sich gewinnen und die Zukunft des Vereins sichern. Die nächste Generation müsse sowohl in der Führung als auch bei der Ausbildung von Lehrlingen stärker mit einbezogen werden rund um das Thema Handwerk. Die Werkraumschule sieht hier eine große Chance, die es weiterzuentwickeln gilt. Man darf also gespannt sein, was die „Jungen“ präsentieren und ob sie im Werkraum ihren Platz erobern können. Freilich wäre es klug, wenn sie dabei die „Alten“ nicht vergessen, denn erfolgreiches Handwerk lebte immer von Jung und Alt, vom Meister und vom Lehrling. Was dem einen Kraft und Energie ist, ist dem anderen die Erfahrung und die Bedächtigkeit. Gutes Handwerk war immer intergenerativ.

Neue Ausstellung

Im Bregenzerwald herrscht eine unvergleichliche Dichte an Handwerksbetrieben. Zuverlässigkeit, solide Verarbeitung und gute Gestaltung sorgen dafür, dass Handwerk und Gewerbe in der Region zu den größten Arbeitgebern gehören. Doch was bedeutet es für junge Menschen in die Lehre zu gehen? Mit „LUOG! – Junges Handwerk im Wald“ schafft der Werkraum einen Ort, der den jungen Handwerkslehrlingen Raum gibt, um ihre Gesellenstücke, Arbeitsproben und Zeichnungen zu präsentieren. Die Ausstellung soll die Vielfalt der Lehrberufe zeigen und die unterschiedlichen Exponate und Beiträge erklären. Ziel ist es, für die Leistungen der jungen Handwerker sowie für die Anforderungen und Herausforderungen des Berufslebens zu sensibilisieren. Darüber hinaus werden die Perspektiven aufgezeigt, welche die Handwerksbetriebe ihrem Nachwuchs im Bregenzerwald versprechen. Die Ausstellung wird von einem Rahmenprogramm begleitet, das sich dem Thema Lehre auf unterschiedliche Weise nähert. Auch die Lernwerkstatt, das temporäre Klassenzimmer der Werkraum Schule im Haus, ist fester Bestandteil von „LUOG!“. Für die „Werkraum Schüler:innen“ stehen das aktive Werken und der Dialog untereinander im Zentrum.

Belinda Rukschcio verabschiedet sich vorläufig.
Belinda Rukschcio verabschiedet sich vorläufig.
Cornel Hess ist als Nachfolger im Gespräch.
Cornel Hess ist als Nachfolger im Gespräch.

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