Sicherheit, Barrierefreiheit und Komfort

Kultur / 22.11.2022 • 19:10 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Auf der Seetribüne bleibt kein Stein auf dem anderen, durch die Umbauten gehen rund 200 Plätze verloren.VN/Paulitsch
Auf der Seetribüne bleibt kein Stein auf dem anderen, durch die Umbauten gehen rund 200 Plätze verloren.VN/Paulitsch

Dritte Ausbaustufe in der jüngeren Geschichte der Bregenzer Festspiele kostet rund 60,5 Millionen Euro.

Bregenz Der Platz rund um das Festspielhaus gleicht im Moment einer großen Baustelle. Die Werkstattbühne und das Festspielhaus werden saniert, das Mehrzweckgebäude neu erstellt und die Zuschauertribüne wird einer umfassenden Erneuerung unterzogen. Während das Mehrzweckgebäude samt neuem Eingang in die Werkstattbühne bereits im Jahr 2024 fertiggestellt sein sollen, muss die Zuschauertribüne spätestens im Sommer 2023 den Festspielgästen wieder zur Verfügung stehen. Der Plan ist, bereits bis zum Mai die Bauarbeiten beendet zu haben.

Mehrere Maßnahmen

Im Moment lohnt es sich, einen genauen Blick auf die Tribüne zu werfen, gleichgültig ob direkt vor Ort oder via Webcam im Internet. Der erste Blick schockiert den Betrachter, denn es ist wortwörtlich kein Stein auf dem anderen bzw. kein Stuhl mehr über dem anderen geblieben. Die Tribüne wurde mit dem Ziel, gleich mehrere Maßnahmen auf einmal durchzuführen, komplett leergeräumt. Die Themen Sicherheit, Komfort, Beinfreiheit sowie Barrierefreiheit stehen auf dem Programm. Das größte Projekt ist die Verlegung des Uferwegs ganz an den See. Der kaufmännische Direktor Michael Diem: „Bislang war der Uferweg zwischen Reihe H und Reihe 1, ab der kommenden Saison kommt der Weg vor die Reihe A. Mit dieser Rochade bekommen wir bessere Sichtlinien, und wir erhalten bei der Reihe 1 mehr Beinfreiheit. Dasselbe passiert bei der 18. Reihe, auch hier wird es mehr Beinfreiheit geben. Dies bedeutet zudem einen großen Vorteil für gehbehinderte Menschen: Sie können künftig im Haus mit dem Lift in den ersten Stock fahren, um dann direkt vom Foyer kommend auf die Seetribüne zu gelangen. Die lästigen fünf Stufen, die es bislang gab, gibt es nicht mehr. Man kommt nun zu ebener Erde hinaus zur 18. Reihe.“

Mehr Rollstuhlfahrerplätze

Überhaupt haben sich die Bregenzer Festspiele die Verbesserung der Situation der Rollstuhlfahrer auf ihre Fahne geschrieben. Durch die Verlagerung des Uferweges gibt es nicht nur bessere Sichtlinien, es können dort auch für Rollstuhlfahrer mehr Plätze zur Verfügung gestellt werden. Diem: „Das heißt, wir haben ab 2023 nicht mehr elf, sondern, wenn dies erforderlich sein sollte, 38 Rollstuhlfahrerplätze. Auch im Haus wird es statt drei zukünftig neun Rollstuhlfahrerplätze geben. Zusammenfassend: Wir werden barrierefreier und sind besser erreichbar.“ Auch in die Sicherheit wird investiert. „Wir ordnen die einzelnen Plätze den Aufgängen neu zu. Kartenbesitzer der Kategorie eins und zwei müssen im Falle eines Regenschauers nicht mehr außen herum, sondern gelangen direkt durch das Haus ins Innere. Dies hat den Vorteil, dass auf der Hauptstiege kein Gegenverkehr mehr stattfinden wird. Zudem wandern die Rollstuhlplätze von der jetzigen äußeren Position direkt ins Zentrum, bekommen also eine sehr präferierte Lage.“ Durch die Umbauten gehen rund 200 Plätze verloren, es werden also ab der kommenden Saison „nur“ noch 6659 Sitzplätze zur Verfügung stehen.

Klimafit

Da für die Heizung und Kühlung nach dem Umbau Bodenseewasser genutzt werden wird und auf der teilweise begrünten Dachfläche eine Photovoltaikanlage entsteht, wird das Festspielhaus klimafit gemacht. Die dritte Ausbaustufe in der jüngeren Geschichte der Bregenzer Festspiele kostet rund 60,5 Millionen Euro, finanziert wird diese von den Subventionsgebern Bund, Land und Stadt Bregenz sowie den Festspielen selbst.

„Wir haben ab 2023 nicht mehr elf, sondern 38 Rollstuhlfahrerplätze.“

fertigstellungsTermine

Mehrzweckgebäude Fertigstellung September 2023

Tribüne Fertigstellung Mai 2023

Küche Bauzeit Aug. 2023 – Juni 2024

Seebühne Bauzeit Aug. 2023 – Mai 2024

Sanierungen am Gebäude Fertigstellung Juni 2024

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