Exzellente Leistungen benennen und würdigen

Kultur / 02.02.2024 • 05:55 Uhr
Exzellente Leistungen benennen und würdigen
Der Hauptpreis ging 2023 an das Frauenmuseum Hittisau mit Direktorin Stefania Pitscheider Soraperra (Mitte), die Anerkennungspreise wurden der Schauspielerin Vivienne Causemann und dem Ensemble plus mit Thomas Gertner verliehen. VN/Steurer

Kunst- und Kulturpreis der Vorarlberger Nachrichten in Kooperation mit der Wiener Städtischen Versicherung wird heuer erneut vergeben.

SCHWARZACH Um herausragende Leistungen zu würdigen und sichtbar zu machen, haben die Vorarlberger Nachrichten in Kooperation mit der Wiener Städtischen Versicherung Vorarlberg im Jahr 2023 erstmals einen Kunst- und Kulturpreis ausgelobt. Er wird heuer erneut vergeben.

Exzellente Leistungen benennen und würdigen
Gute Stimmung bei der Preisverleihung 2023 im Porschezentrum in Rankweil.

Eine Besonderheit bleibt bestehen: Der Preis ist nicht speziell einem Genre zugeordnet, sondern wird wieder für Künstlerinnen und Künstler aller Gattungen sowie Kunstvermittlerinnen und Kunstvermittler ausgelobt, um den Fokus auch auf aktuelle Arbeiten und Projekte in verschiedenen Bereichen legen zu können. Damit soll unterstrichen werden, dass es zahlreiche Künstlerinnen und Künstler sowie Kulturschaffende und Kunstvermittler sind, die den Menschen neue Perspektiven eröffnen und mit ihrem Wissen, der Präsenz ihrer Werke, ihrem Schaffen, ihren Initiativen oder beispielsweise ihrer Tätigkeit in verschiedenen Gruppierungen in hohem Maß zur Lebensqualität in der Region beitragen.

Dotierung und Widmung

Das Preisgeld beträgt insgesamt 20.000 Euro. Vergeben werden ein Hauptpreis in Höhe von 12.000 Euro sowie zwei Anerkennungspreise in Höhe von 4000 Euro.

Exzellente Leistungen benennen und würdigen
Große Freude beim Team des Frauenmuseums Hittisau als Hauptpreisträger im Jahr 2023.

Gewidmet wird der Preis professionell tätigen Personen oder Gruppierungen für herausragende, innovative Arbeiten und Projekte aus dem Bereich der bildenden Kunst, der Musik, der Literatur, der darstellenden Kunst, des Filmschaffens und der Kunst- und Kulturvermittlung. Im Mittelpunkt steht jeweils die spezielle Leistung oder ein Projekt und nicht unbedingt das Gesamtwerk einer Künstlerin oder eines Künstlers.

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Ausgezeichnet werden künstlerisch tätige Personen, die in Vorarlberg geboren wurden oder solche, die seit Längerem in Vorarlberg leben und arbeiten. Ein Alterslimit ist nicht vorgesehen.

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Jurysitzung mit Rudolf Sagmeister, Peter Heiler, Brigitta Soraperra, Anika Reichwald und Christa Dietrich, die auch die Projektleitung innehat. 

Jury

Die Jury ist mit ausgewiesenen Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bereichen besetzt, die in der Lage sind, künstlerische Bewertungen zu argumentieren. Zu ihrer Qualifizierung zählt es zudem, dass sie umfassende Kenntnis über das künstlerische Schaffen in Vorarlberg im Zeitraum von mehreren Jahren oder Jahrzehnten haben bzw. dass aufgrund ihrer Erfahrungen auch ein Blick von außen möglich ist. Die Expertinnen und Expertinnen sollen zwei Jahre im Team bleiben.

Kriterien

Mit der Preisvergabe ist eine wesentliche Überlegung verbunden. Um in Vorarlberg die Reichhaltigkeit des kulturellen Angebots und den Weiterbestand von Orten des Diskurses, der Information, der Bildung und des gemeinsamen Erlebens sicherzustellen, bedarf es weiterer Anstrengungen. Der Preis soll somit auch Impulsgeber sein und die Wirksamkeit kultureller Leistungen verdeutlichen. Die bei der Erstausschreibung festgelegten Kriterien werden beibehalten: Neben der erwähnten Fokussierung auf eine spezielle Leistung und die hohe Qualität der Werke, der Produktionen und Projekte, hat die Jury bei der Entscheidung einige Faktoren zu berücksichtigen. Zu diesen zählen unter anderem die Nachhaltigkeit und die thematische Relevanz der künstlerischen Arbeiten und Projekte sowie Arbeiten und Projekte, die im Besonderen zur Entwicklung von Kultureinrichtungen in der Region beigetragen haben. Weiters wird die Jury Projekte begutachten, die beispielsweise den Generationendialog fördern sowie Disziplinen miteinander verschränken.

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Die Preisverleihung wurde im Vorjahr von den jungen Cellistinnen Sophia Schiestl und Anna Schrottenbaum begeisternd musikalisch umrahmt.

Die Preisverleihung ist im Mai vorgesehen.

Hauptpartner der Vorarlberger Nachrichten ist die Wiener Städtische Versicherung Vorarlberg. Unterstützer sind die Präg GmbH, die Rudi Lins GmbH & Co KG und das Seehotel am Kaiserstrand.

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Die Preisträger Vivienne Causemann, Stefania Pitscheider Soraperra für das Frauenmuseum Hittisau, Thomas Gertner für das Ensemble plus mit Alexander Meier, Direktor der Wiener Städtischen Versicherung Vorarlberg.

Die Ausgezeichneten 2023

Der Hauptpreis wurde im Vorjahr dem Frauenmuseum Hittisau zuerkannt, einer Institution, in der, so die Jury, „die sinnstiftende Kraft von Kunst und Kultur besonders deutlich wird“. Im einzigen Frauenmuseum Österreichs, das international bestens vernetzt ist, werden qualitätsvolle, thematisch relevante Projekte realisiert und vermittelt, „es zeigt neue Sichtweisen auf Werte für eine funktionierende Gesellschaft, die lange unterbewertet wurden“.

Die Anerkennungspreise gingen an das Ensemble plus und an die Schauspielerin Vivienne Causemann.

Als Alleinstellungsmerkmal in der stetigen Entwicklung der Vorarlberger Musikgruppierungen hob die Jury die konsequente Auseinandersetzung des Ensemble plus mit zeitgenössischer Musik und die kontinuierliche Vergabe von Kompositionsaufträgen hervor. Vivienne Causemann ist am Vorarlberger Landestheater engagiert und realisiert eigene Produktionen. „Sie gehört zu denjenigen Schauspielerinnen, die stets aufs Neue mit ihrer Wandelbarkeit, ihrer Eigenwilligkeit und verblüffender Kunstfertigkeit faszinieren.“ Mit dem Preis wollte die Jury ihr bereits reichhaltiges Wirken würdigen und sie ermutigen, konsequent ihren Weg zu gehen.

Die für die Projektleitung verantwortliche Kulturjournalistin Christa Dietrich holte 2023 Anika Reichwald (Kulturwissenschaftlerin und Kuratorin), Brigitta Soraperra (Theaterwissenschaftlerin und Regisseurin), Rudolf Sagmeister (Kunsthistoriker und Kurator) und Peter Heiler (Musikpädagoge und Vorsitzender von Musikwettbewerben) ins Juryteam.