Drei Ausstellungen im Künstlerhaus

Die Berufsvereinigung Bildender Künstlerinnen und Künstler Vorarlbergs startet in das neue Jahr.
Bregenz Zum Jahresbeginn 2026 setzt das Künstlerhaus Bregenz ein deutliches Zeichen für Offenheit, Prozessdenken und die Vielfalt zeitgenössischer künstlerischer Positionen. Die Berufsvereinigung Bildender Künstlerinnen und Künstler Vorarlbergs lädt zur Eröffnung von drei neuen Ausstellungen sowie zur Fortführung des Formats „… im Erdgeschoss“. Die Ausstellungen sind vom 17. Jänner bis zum 1. März zu sehen, die Eröffnung findet am Freitag, dem 16. Jänner, um 19 Uhr statt.

Im Untergeschoss des Künstlerhauses richtet sich der Blick zunächst auf die neuen Mitglieder der BVKV, die im Jahr 2025 aufgenommen wurden und nun erstmals in diesem institutionellen Rahmen gemeinsam präsentiert werden. Sieben Künstler:innen aus der Sektion Bildende Kunst sowie ein Architekt aus der Sektion Architektur stehen für ein breites Spektrum aktueller künstlerischer Haltungen, in denen sich individuelle Biografien, formale Fragestellungen und gesellschaftliche Reflexionen auf unterschiedliche Weise überlagern.

Veronika Breuer, Clemens Gächter, Valentin Hämmerle, Wolfgang Herburger, Irena Pejčić, Elena Schertler, Christopher Schneeweiß und Wolfgang Winder repräsentieren sowohl junge Positionen als auch bereits etablierte Stimmen. Ihre Arbeiten reichen von Malerei und Installation über konzeptuelle Ansätze bis hin zu architektonischem Denken und machen damit die Vielschichtigkeit der zeitgenössischen Kunstproduktion in Vorarlberg eindrucksvoll sichtbar.

Parallel dazu wird im Erdgeschoss das offene Ausstellungsformat „… im Erdgeschoss“ fortgeführt. Es legt den Fokus bewusst auf Prozesse, Fragmente und das Noch-Nicht-Abgeschlossene und stellt damit den klassischen Werkbegriff zur Disposition. In jeweils zehn Tage langen Projekten nutzen Künstler:innen und Kollektive die Räume als Labor, als Denkraum und als Ort des Austauschs, an dem Unfertiges, Verworfenes und Experimentelles zum eigentlichen Motor der künstlerischen Arbeit wird. Den Auftakt bildet ein Projekt von Studierenden der FH Vorarlberg unter der Leitung von Sarah Schlatter. Es setzt sich mit Fotografie als künstlerischem und forschendem Medium auseinander und reflektiert dabei die alltägliche Bildproduktion sogenannter Digital Natives.

Ausgehend von der selbstethnografischen Analyse eigener Archive, der intensiven Beschäftigung mit Fotobüchern renommierter Fotograf:innen und der Entwicklung eigener Serien wird Fotografie hier als Research-Tool und als erzählerisches Mittel erprobt. Dabei wird der Ausstellungsraum selbst zum Ort der fortlaufenden Erweiterung und die Präsentation wächst bis zum 21. Januar als sichtbarer Work-in-Progress. Es folgen Projekte von Albert Allgaier, der mit einem spielbaren Flipperautomaten den Kunstbegriff auf spielerische Weise hinterfragt, sowie von Christoph Luger, der sich mit Fragen von Vollendung, Rekonstruktion und Bildwerdung auseinandersetzt.

Eine weitere Ausstellung ist dem in Bregenz lebenden, multidisziplinären Künstler Alexander Stark gewidmet. In seinem Werk beschäftigt er sich seit mehreren Jahren intensiv mit visueller Wahrnehmung, Kontemplation und der Beziehung zwischen Betrachter und Kunstwerk. Unter dem Titel „Don’t you see“ treffen in einer Präsentation interaktive Objekte auf abstrakte Malerei und eröffnen ein Spannungsfeld zwischen Bewegung und Stillstand. Starks Arbeiten zeichnen sich durch formale Klarheit aus, die aus einem zugleich intuitiven und konzeptuellen Prozess hervorgeht. Die Wahl des Mediums versteht er dabei stets als Antwort auf den jeweiligen Arbeitsprozess. Seine Installationen laden zu unmittelbaren, sinnlichen Erfahrungen ein und eröffnen Räume für eine nichtkonzeptionelle Wahrnehmung, in denen das eigene Sehen, Handeln und Reagieren Teil des künstlerischen Geschehens wird.

Abgerundet wird das Ausstellungsprogramm durch die Residency-Ausstellung der niederländischen Künstlerin Brigitte Spiegeler. Sie lebt und arbeitet von November 2025 bis Januar 2026 in Vorarlberg. Im Dachgeschoss des Künstlerhauses präsentiert sie Fotografien, die mit einer Camera Obscura in Bregenz, Rankweil und Feldkirch entstanden sind.