Vorfreude auf die ersten Frühlingsboten

Kultur / 11.01.2026 • 12:39 Uhr
Vorfreude auf die ersten Frühlingsboten
Am 16. Januar ist die Kapelle der Stella Musikhochschule Schauplatz des Chorkonzerts.Victor Marin

Konzert der Stella Musikhochschule mit Werken aus fünf Jahrhunderten.

Feldkirch Der Stella Chor, Ensembles der Harfenklasse Viktor Hartobanu und der Gesangsklasse Dora Kutschi sowie der Kammerchor Feldkirch laden zu einem besonderen Konzert, das den Übergang des Jahresanfangs zu den ersten Frühlingsboten untermalt. „O Radiant Dawn“ (etwa „Oh strahlende Morgenröte“) lautet daher nicht nur der Titel eines der gesungenen Werke. Es ist das Motto des gesamten Abends in der Kapelle der Stella. Zu hören sind Werke aus fünf Jahrhunderten, von Gianluigi Palestrina (1542–1594) bis zu zeitgenössischen Komponisten wie Andrej Makor (*1987).

Verschiedene Epochen

Dirigent ist Jakob Peböck, der seit Oktober 2025 sowohl den Stella Chor als auch den Kammerchor Feldkirch leitet. Der 32 Jahre alte Dornbirner möchte den Sängerinnen und Sängern ein breites Spektrum aus verschiedenen Epochen näherbringen. „Der rote Faden des Konzerts ist der Neustart, eine Vorahnung des Frühlings nach dem Winter.“ Dieser Leitgedanke spiegelt sich besonders deutlich im titelgebenden Werk wider.

Vorfreude auf die ersten Frühlingsboten
Astella Brenner wirkt als Studierende der Harfenklasse Viktor Hartobanu beim Konzert mit. Victor Marin

Der Text von „O Radiant Dawn“ stammt ursprünglich aus der lateinischen Adventsliturgie, wurde vom schottischen Komponisten James Macmillan (Jahrgang 1959) jedoch in einer englischen Übersetzung vertont: „O Radiant Dawn, O Sunrise of the East, / Splendour of eternal light, Sun of righteousness: / Come and enlighten us, who sit in darkness and in the shadow of death.“ Zu Deutsch etwa: „Oh strahlende Morgenröte, Oh Sonnenaufgang des Ostens, / Glanz ewigen Lichts, Sonne der Gerechtigkeit: / Komm und erleuchte uns, die wir in Finsternis und im Schatten des Todes sitzen.“ In dieser Bildsprache verdichtet sich die zentrale Botschaft des Konzerts.

Vorfreude auf die ersten Frühlingsboten
Die VN kürten Jakob Peböck zu einem von “50 Köpfen von morgen”. Heidi Rinke-Jarosch

Beim Blick auf das Programm fallen fünf Werke von Benjamin Britten (1913–1976) auf. Außerdem zu hören ist beispielsweise „Christus factus est“ von Anton Bruckner (1824–1896). Hier werden die Sänger von Harfenspielerinnen begleitet. Es spielen Ensembles der Harfenklasse Viktor Hartobanu und der Gesangsklasse Dora Kutschi. Bei den Studierenden der Musikhochschule spürt Jakob Peböck einen „super Spirit“. Den Start in seine neue Tätigkeit beschreibt er als „spannend und schön“.

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Jakob Peböck studierte Schulmusik und Gesang in Innsbruck, Riga und Wien. Neben seiner Tätigkeit als Chorleiter – beispielsweise beim Vorarlberger Landesjugendchor Voices – tritt der Bariton solo im In- und Ausland auf. Er war etwa Stipendiat bei den Wagner-Festspielen in Bayreuth und arbeitet regelmäßig als Chorleiter und Sänger bei den Bregenzer Festspielen. Im Vorjahr wählte ihn die Jury der Vorarlberger Nachrichten zu einem von „Vorarlbergs 50 Köpfen von morgen”. Der Rektor der Stella Musikhochschule Jörg Maria Ortwein sagt: „Wir freuen uns, mit Jakob Peböck einen gleichermaßen aufsteigenden wie erfahrenen Musiker zu unserem Lehrkörper zu zählen.“

Chorkonzert „O Radiant Dawn“: 16 Jänner, 19 Uhr, Kapelle der Stella Vorarlberg