Gemeinsam hören, gemeinsam feiern

Kultur / 30.01.2026 • 11:29 Uhr
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Ein Eröffnungskonzert zwischen Mozart, Makeba und einer neuen Idee von musikalischer Zugehörigkeit. Aron Polcsik

Die Pforte eröffnet die Saison mit Mozart, Miriam Makeba und jungen Musikern aus drei Kontinenten.

Feldkirch Mit dem Eröffnungskonzert der neuen Saison möchte “Die Pforte” ein Zeichen setzen, das weit über ein klassisches Konzert hinausweist. Unter dem programmatischen Titel „Zugehörigkeit – Wo die Seele Wurzeln schlägt“ wird im Februar nicht nur musiziert, sondern ein Raum geöffnet, in dem Herkunft, Neugier, Austausch und gemeinsames Erleben ineinandergreifen. Musik erscheint hier nicht als abgeschlossene Kunstform, sondern als lebendiger Prozess, der Menschen auf der Bühne ebenso wie davor zusammenführt.

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Matthias Schorn, Soloklarinettist der Wiener Philharmoniker, spielt Mozarts Klarinettenkonzert A-Dur. Oliver Borchert

Zum Saisonauftakt sprengt die Reihe „Musik in der Pforte“ bewusst die vertrauten Grenzen der Klassik. Gemeinsam mit dem Klarinettisten Matthias Schorn, Soloklarinettist der Wiener Philharmoniker, und dem international besetzten Pforte Kammerorchester Plus lädt die Pforte an drei Abenden – am 5. und 6. Februar im Festsaal der Stella Feldkirch sowie am 7. Februar im Ritter von Bergmann-Saal in Hittisau – zu einem Programm, das historische Linien, vergessene Stimmen und globale Klangwelten miteinander verbindet. Und nach dem letzten Ton ist nicht Schluss: Am Donnerstag öffnet sich das Pförtnerhaus für Begegnung, Musik und Tanz.

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PforteKamohelo Moshoaliba.

Im Zentrum des Programms steht Wolfgang Amadeus Mozarts Klarinettenkonzert A-Dur, KV 622, ein Werk von erhabener Größe und formaler Klarheit, das in Matthias Schorn einen Interpreten findet, der technische Präzision mit gestalterischer Freiheit verbindet. Ergänzt wird Mozart durch eine Symphonie für Streichorchester von Vilma von Webenau, einer österreichischen Komponistin, die lange zu Unrecht aus dem Konzertkanon verdrängt war und deren Musik nun mit neuer Aufmerksamkeit gehört wird. Den dramaturgischen Bogen in die Gegenwart schlägt schließlich ein Tribute to Miriam Makeba, in dem die Lieder der südafrikanischen Sängerin und Aktivistin in Arrangements für Orchester, Soloklarinette und Gesang neu erfahrbar werden. Die Bearbeitungen stammen von Raphaela Fröwis sowie den Jazzmusikerinnen Ursula Zeiner und Laura Winkler und eröffnen einen musikalischen Raum, in dem Klassik, Jazz und afrikanische Einflüsse selbstverständlich ineinandergreifen.

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Aron PolcsikLuis Castillio.

Was in der zweiten Konzerthälfte musikalisch vorbereitet wird, setzt sich nach dem offiziellen Programm konsequent fort. Die Afro Night lädt das Publikum ein, die Energie der Musik körperlich aufzunehmen. Angezündet von den Klängen Miriam Makebas übernimmt nach dem Konzert ein DJ-Set mit Socke 23 und Zuko Samela, und der Konzertabend verwandelt sich in ein gemeinsames Fest. Dass Formate und Übergänge dabei bewusst offen gehalten werden, entspricht der Handschrift von Pforte-Macher Klaus Christa, der seit Jahren für neue Denk- und Hörweisen steht.

Jenseits klassischer Rollenzuschreibungen

Ein zentrales Anliegen der Pforte bleibt die Arbeit mit jungen Musikerinnen und Musikern. Rund 30 Mitwirkende aus Europa, Kolumbien und Südafrika stehen bei diesem Eröffnungskonzert auf der Bühne. „Heranwachsende Musikerinnen und Musiker dabei zu begleiten, ihre Stärken zu erkennen und ihren eigenen Weg zu gehen – das verstehen wir unter Pforte von morgen“, betont Klaus Christa. Die Zusammenarbeit mit Persönlichkeiten wie Matthias Schorn soll dabei nicht nur Vorbild sein, sondern konkrete Erfahrung ermöglichen – auch im improvisierenden Zusammenspiel jenseits klassischer Rollenzuschreibungen.

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Aron Polcsik

Ein klares Signal setzt die Pforte zudem beim Zugang für das Publikum: Alle Besucherinnen und Besucher unter 27 Jahren erhalten künftig freien Eintritt zu allen Konzerten. Unterstützt durch die neue Partnerschaft mit der Sparkasse wird damit ein niederschwelliger Zugang zu klassischer Musik geschaffen, der Neugier fördert und Schwellen abbaut.

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Nicht zuletzt etabliert sich das Pforte Kammerorchester Plus weiter als eigenständiger Klangkörper. Seit seinem ersten Auftritt im Februar 2020 hat sich das Orchester, das bewusst ohne Dirigentin oder Dirigenten arbeitet, durch seine besondere Form der gemeinsamen Verantwortung profiliert. Die starken Reaktionen von Publikum und Kritik haben dazu geführt, dass es nun regelmäßig in Abonnementkonzerten zu hören sein wird als lebendiges Beispiel dafür, wie Zugehörigkeit musikalisch Gestalt annehmen kann.