Eine Liebesgeschichte in Fragmenten

Das Theater Kosmos zeigt die Uraufführung von Bernhard Studlars neuem Stück.
Bregenz Ein Augenblick genügt. Eine Bushaltestelle, zwei Menschen, ein flüchtiger Blick und aus einem scheinbar beiläufigen Moment wächst ein ganzes Leben. Mit „Halten, Bleiben, Leben – Fragmente einer Liebe“ bringt das Theater Kosmos am 19. Februar die neue Arbeit von Bernhard Studlar zur Uraufführung und widmet sich einer Geschichte, die leise beginnt und weit ausgreift.
Studlars Text setzt nicht auf lineares Erzählen, sondern auf Verdichtung. Er arbeitet mit Fragmenten, mit Sätzen, die Jahre überspringen, mit Details, in denen sich Jahrzehnte spiegeln. Zeiten überlagern einander, Erinnerungen blitzen auf, Biografien entstehen tastend und zugleich mit scharfer Kontur. Zwischen gerafften Lebensbögen öffnen sich intime Momente, die wie unter einem Vergrößerungsglas betrachtet werden: ein erstes Gespräch, ein Streit, eine beiläufige Berührung, die mehr bedeutet, als sie zunächst ahnen lässt.
Das Stück folgt einem Paar durch verschiedene Lebensphasen. Es zeigt zwei junge Liebende am Beginn ihrer Geschichte, später ein Duo in der Mitte des Lebens, geprägt von Arbeit, Verpflichtungen und Kindererziehung, schließlich zwei Menschen, die sich mit den letzten Fragen konfrontiert sehen. Es sind Figuren, die erzählen und sich erinnern, die ihre gemeinsame Zeit durchschreiten und neu vermessen zwischen Hoffnung und Enttäuschung, Nähe und Distanz, Verlust und Beharrlichkeit.
„Halten, Bleiben, Leben“ ist eine konzentrierte, poetische Auseinandersetzung mit der Frage, was bleibt, wenn die Jahre vergehen und sich Vertrautheit verwandelt. Der Ausgangspunkt ist ein zufälliges Zusammentreffen, doch der Blick richtet sich auf das große Ganze: auf die Kraft eines Augenblicks, der zum Fundament einer gemeinsamen Existenz werden kann.
Regie führt Augustin Jagg. Auf der Bühne stehen Julia Reisser, Hannes Kainz, Michaela Vogel, Gabriel Marrer, Sabine Lorenz und Hubert Dragaschnig. Für Bühne und Licht zeichnet Stefan Pfeistlinger verantwortlich, die Kostüme entwirft Nicole Wehinger, die Musik stammt von Herwig Hammerl.
Bernhard Studlar, 1972 in Wien geboren, zählt zu den profilierten Stimmen des zeitgenössischen deutschsprachigen Theaters. Er studierte Theaterwissenschaft, Philosophie, Germanistik und Publizistik in Wien sowie Szenisches Schreiben an der Hochschule der Künste. Gemeinsam mit Hans Escher gründete er 2005 die Wiener Wortstaetten. Seine Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet und waren zuletzt mit „Warten auf Tränengas“ und „Lohn der Nacht“ im Theater Kosmos zu sehen.
Premiere ist am 19. Februar, weitere Vorstellungen folgen am 21., 22., 27. und 28. Februar sowie am 1., 5., 6., 7., 8., 12. und 13. März.