Für Herausragendes im Bereich Kunst und Kultur

Kunst- und Kulturpreis der Vorarlberger Nachrichten in Zusammenarbeit mit der Wiener Städtischen Versicherung wird heuer zum vierten Mal vergeben.
Schwarzach Im Jahr 2023 haben die Vorarlberger Nachrichten in Zusammenarbeit mit der Wiener Städtischen Versicherung Vorarlberg einen Kunst- und Kulturpreis ausgelobt. Dieser Preis wird heuer bereits zum vierten Mal vergeben. Gewidmet ist er in Vorarlberg professionell tätigen Personen oder Gruppierungen für herausragende Arbeiten und Projekte aus dem Bereich der bildenden Kunst, der Musik, der Literatur, der darstellenden Kunst, des Filmschaffens sowie der Kunstvermittlung.
Die bisher Ausgezeichneten
Im Vorjahr wurde der Hauptpreis an die Theatermacherin, Regisseurin und Kunstvermittlerin Brigitte Walk für ihr Walktanztheater verliehen, mit dem sie vor Jahrzehnten sozusagen aus dem Nichts eine unabhängige und wichtige Institution geschaffen hat. Die Anerkennungspreise gingen an die bildende Künstlerin Christine Lederer und den Klarinettisten, Komponisten und Musikpädagogen Martin Schelling. Die Leistungen des Medienwissenschaftlers Hanno Loewy, der das Jüdische Museum Hohenems als dessen Direktor zu einem europäischen Museum gemacht hat, wurden mit dem Sonderpreis der Jury gewürdigt.

Im Jahr 2024 ging der Hauptpreis an die Schriftstellerin, Dramatikerin und Kunstvermittlerin Daniela Egger, von der in letzter Zeit unter anderem zwei Theaterstücke uraufgeführt wurden. Die Anerkennungspreise wurden dem Jazzclub Lustenau sowie dem Museums- und Ausstellungsprojekt Kunst im Rohnerhaus zuerkannt. Mit dem ersten Sonderpreis der Jury wurde der Einsatz der Bregenzer Galeristin Lisi Hämmerle für Künstlerinnen, und Künstler hervorgehoben.

2023, im ersten Jahr der Preisvergabe, wurden das Frauenmuseum Hittisau mit dem Hauptpreis sowie das auf zeitgenössische Musik ausgerichtete Ensemble plus und die Schauspielerin Vivienne Causemann mit Anerkennungspreisen ausgezeichnet.
Fokussierung auf spezielle Leistung
Dieser Preis soll auch ein Impulsgeber sein und die Wirksamkeit kultureller Leistungen verdeutlichen. Die bei der Erstausschreibung festgelegten Kriterien bleiben aufrecht: Neben der erwähnten Fokussierung auf eine spezielle Leistung und die hohe Qualität der Werke, der Produktionen und Projekte, hat die Jury mehrere Faktoren zu berücksichtigen. Zu diesen zählen unter anderem die Nachhaltigkeit und die thematische Relevanz der künstlerischen Arbeiten und Projekte sowie Arbeiten und Projekte, die im Besonderen zur Entwicklung von Kultureinrichtungen in der Region beigetragen haben. Kulturjournalistin Christa Dietrich hat als Projektleiterin die Jury mit Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bereichen besetzt, die auch umfassende Kenntnisse über das künstlerische Schaffen in der Region haben.
Besondere Urkundengestaltung
Zum Charakteristikum dieses Preises zählt zudem, dass eine Künstlerin oder ein Künstler mit der Gestaltung der Urkunden beauftragt wird. An wen der Auftrag geht, entscheidet jeweils die Jury. In den letzten Jahren wurde den Preisträgerinnen und Preisträgern somit ein nach den Entwürfen der namhaften Künstlerinnen Gabriele Bösch, Alexandra Wacker und Carmen Pfanner realisiertes Werk überreicht. Ihren Entwurf haben die Künstlerinnen jeweils als Ergebnis der Auseinandersetzung mit den Kriterien und der Art der Preisvergabe begründet. Erinnert sei an die Aussage von Gabriele Bösch, die als besonderen Punkt hervorhob, dass die Künstlerinnen und Künstler nicht zu Einreichungen aufgefordert werden und damit in die Position von Antragstellern gedrängt sind, sondern, dass sich eine Jury mit Expertinnen und Experten der Herausforderung der Nominierung und schließlich der Preisvergabe stellt.
Projekt der Hauptpreisträgerin 2025
Mit besonderer Freude konnte die Jury den Werdegang der bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger verfolgen. Unter dem Titel „Ich träume mit offenen Augen. Wirklichkeiten. Schwanengesänge“ hat Brigitte Walk, die Hauptpreisträgerin des letzten Jahres, mit ihrem Walktanztheater erst vor wenigen Tagen eine einzigartige Produktion präsentiert, die in Feldkirch noch mehrmals auf dem Programm steht. Damit bringt sie die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Musik durch den Kompositionsauftrag an Marcus Nigsch, mit Tanz, mit Lyrik von Else Lasker-Schüler, mit Zeitgeschichte sowie mit Architektur auf einen Nenner. Das Erkunden neuer Aufführungsorte, kompromissloses künstlerisches Denken und das Beschreiten neuer Wege in der Kunstvermittlung sind für sie nicht nur Rhetorik. In seiner Beobachterrolle, in der es die Interpreten im Montforthaus von außen durch die Fensterfronten verfolgen konnte, sowie in unmittelbarer Nähe zum Geschehen im Foyer zeigte sich das Publikum sichtlich berührt. Mit einigen der Produktionen ging Brigitte Walk auf Tournee, so auch mit „Hirschfelds goes to Izmir“ über eine jüdische Familie aus Hohenems, die unter anderem in der Türkei gezeigt wurde und erneut etwa in Innsbruck aufgeführt wird. Mit „Maria. Ein Roadmovie“, das von einer Pflegerin aus Rumänien erzählt, gastiert das Walktanztheater im Mai in Timisoara.


Die Preisverleihung ist heuer wieder im Mai vorgesehen. Hauptpartner der Vorarlberger Nachrichten ist die Wiener Städtische Versicherung Vorarlberg. Unterstützer sind das Porsche Zentrum Vorarlberg – Rudi Lins, das Seehotel am Kaiserstrand und die Huber Uhren Schmuck GmbH.