Angela Summereders “B wie Bartleby” bester Spielfilm

Die Preise des Filmfestivals Diagonale 26 wurden am Montagabend in Graz vergeben.
Graz Die Diagonale 2026 hat ihre Preise vergeben und dabei im Grazer Annenhofkino insgesamt 128.500 Euro an Geld- und Sachleistungen ausgeschüttet, womit das Festival einmal mehr seine Rolle als wichtigste Plattform für den österreichischen Film unterstreicht. Den Großen Diagonale-Preis des Landes Steiermark für den besten Spielfilm erhielt Angela Summereder für „B wie Bartleby“, einen Film, der laut Jury auf eindringliche Weise das Persönliche mit dem Kollektiven verschränkt und die berühmte Formel „Ich möchte lieber nicht“ aus Herman Melvilles Erzählung neu beleuchtet, indem er Figuren sichtbar macht, deren Haltung der Verweigerung paradoxerweise eine umso stärkere Präsenz entfaltet. Neben 15.000 Euro Preisgeld wurde die Regisseurin mit weiteren Leistungen in Höhe von 8.000 Euro ausgezeichnet.
Der Große Diagonale-Preis für den besten Dokumentarfilm ging an Tolga Karaaslan für „Baba, what’s your plan?“, eine fein beobachtete Annäherung an Migrationserfahrungen zwischen der Türkei und Österreich, an körperliche Arbeit, Erschöpfung und das Warten auf die Pension, zugleich eine persönliche Spurensuche zwischen Vater und Sohn, die Fragen nach Herkunft, Verantwortung und Zukunft stellt. Die Jury hob den ruhigen Rhythmus und die unaufgeregte Erzählweise hervor, die einer oft überhörten Stimme Raum gibt und dem Film eine zugleich würdigende und liebevolle Haltung verleiht. Auch hier wurden zusätzlich Sachleistungen in Höhe von 8.000 Euro vergeben.
Die Schauspielpreise gingen an Valerie Pachner für ihre intensive, dabei stets kontrollierte Darstellung in Adrian Goigingers „Vier minus drei“ sowie an Julia Franz Richter, die in „Welcome Home Baby“ und „Mother’s Baby“ mit bemerkenswerter Vielseitigkeit zwischen Verletzlichkeit, Überforderung und innerer Stärke überzeugte. Weitere Auszeichnungen erhielten Georg Petermichl für „Amature Enlightenment“ im Bereich Innovatives Kino, Franz Quitt für den Kurzspielfilm „Closed for the Virus Break“ sowie Sophie Bösker für den Kurzdokumentarfilm „Motherigine“. Insgesamt präsentierte die Diagonale 149 Filme, darunter zahlreiche Premieren, und ehrte alle Preisträger zusätzlich mit der goldenen Diagonale-Nuss, einer von Anna Paul gestalteten Bronzeskulptur.