Zwischen Klage und Trost: Die Weiler Osterkonzerte

Spirituelle Musik von Giovanni Battista Pergolesi und Bach in Röthis und Weiler.
Weiler Mit den „Weiler Osterkonzerten 2026“ lädt die Camerata Sinfonica Vorarlberg gemeinsam mit ausgewählten Solistinnen und Solisten zu zwei Abenden ein, die ganz im Zeichen der stillen Intensität der Passionszeit stehen. Am Dienstag, 31. März um 19 Uhr in der Pfarrkirche Röthis sowie am Mittwoch, 1. April zur gleichen Zeit in der Pfarrkirche Weiler entfaltet sich ein Programm, das sich bewusst auf die Essenz geistlicher Musik konzentriert und den Raum für konzentriertes Hören öffnet.
Im Zentrum steht Giovanni Battista Pergolesis “Stabat Mater”, jenes 1736 entstandene Werk, das in seiner kammermusikalischen Reduktion eine ungewöhnliche Nähe zwischen Musik und innerem Erleben schafft. Die Vertonung des mittelalterlichen Textes über den Schmerz Marias verzichtet auf große Gesten und sucht stattdessen eine leise, beinahe intime Ausdrucksform, in der sich Klage und Trost untrennbar verschränken. Gerade diese Zurücknahme verleiht dem Werk seine nachhaltige Wirkung, die bis heute ungebrochen ist.
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Ergänzt wird das Programm durch ausgewählte Bezüge zu Johann Sebastian Bach, dessen Musik wie kaum eine andere das Spannungsfeld zwischen religiöser Tiefe und musikalischer Architektur auslotet. Die “Matthäus-Passion” steht exemplarisch für die dramatische Verdichtung des Passionsgeschehens, während “Die Kunst der Fuge” als konzentrierte Studie musikalischer Ordnung erscheint. In der Kantate “Ich hatte viel Bekümmernis” wiederum wird der Weg von existenzieller Klage hin zu Zuversicht in eindrucksvoller musikalischer Vielfalt nachvollziehbar.
Sakraler Raum
Die Besetzung lässt eine fein nuancierte, ganz auf Durchhörbarkeit und klangliche Balance bedachte Interpretation erwarten. Im Zentrum stehen mit Jaimee Embley im Sopran und der Vorarlbergerin Veronika Dünser im Alt zwei Stimmen, die den dialogischen Kern von Pergolesis Komposition lebendig entfalten. Instrumental bereichert durch die Konzertmeisterin der Sinfonietta Vorarlberg, Sandra Marttunen an der Violine, sowie die aus dem Bregenzerwald stammende Fagottistin Katharina Mätzler, formt sich ein Klangbild, das gleichermaßen von Klarheit wie von Wärme getragen ist. Durch den Abend führt Dorit Wocher, Dozentin an der Stella Privathochschule für Musik Vorarlberg, während die musikalische Leitung in den Händen von Stefan Susana liegt.
Die beiden Aufführungen setzen bewusst auf eine Atmosphäre, die sich vom üblichen Konzertbetrieb abhebt: kein spektakulärer Zugriff, keine demonstrative Dramatik, vielmehr eine Einladung zur Sammlung, zur inneren Aufmerksamkeit, zur konzentrierten Begegnung mit Musik. Gerade im sakralen Raum der Kirchen in Röthis und Weiler kann sich diese Wirkung entfalten und dem Publikum eine besondere Form des Erlebens ermöglichen. Der Eintritt erfolgt nach dem Prinzip des freiwilligen Beitrags, mit einem Richtwert von 35 Euro, ein Modell, das Offenheit signalisiert und zugleich die Wertschätzung für die künstlerische Leistung unterstreicht. So werden die „Weiler Osterkonzerte 2026“ zu einem musikalischen Innehalten, das nicht laut sein muss, um nachhaltig zu wirken.