Rückblick und Neubeginn im Einklang

Zwei Dirigenten, zwei Programme: Der Kammerchor Feldkirch feiert sein 25-jähriges Bestehen.
Feldkirch Der Kammerchor Feldkirch begeht sein 25-jähriges Bestehen im Jahr 2026 mit zwei besonderen Konzertprojekten, die Vergangenheit und Gegenwart auf vielschichtige Weise miteinander verbinden und zugleich zwei künstlerische Handschriften sichtbar machen.
Den Auftakt bildet am 1. Mai um 20 Uhr in der Pfarrkirche St. Karl in Hohenems ein Konzert im Rahmen der Schubertiade unter der Leitung des langjährigen künstlerischen Leiters Benjamin Lack. Im Zentrum steht eine Rekonstruktion eines Programms, das auf ein Konzert vor fünf Jahrzehnten zurückgeht. Die ausgewählten Werke, darunter religiöse Klangbilder aus dem Umfeld von Franz Schuberts Deutscher Messe, öffnen einen Raum der Erinnerung, der weniger museal erstarrt als vielmehr die spirituellen und ästhetischen Vorstellungen einer vergangenen Zeit neu erfahrbar macht. Zugleich führt dieses Projekt zurück in eine prägende Phase des Chores, die eng mit dem Wirken Lacks verbunden ist.
Jakob Peböck
Einen bewusst gesetzten Kontrast dazu bildet die zweite Jubiläumsstation bei den Montforter Zwischentönen vom 12. bis 14. November, wenn sich der Kammerchor Feldkirch mit seinem neuen künstlerischen Leiter Jakob Peböck präsentiert. Die drei Auftritte stehen für eine Öffnung hin zu neuen Perspektiven und markieren einen deutlichen Schritt in die Zukunft des Ensembles.
Die Geschichte des Chores reicht dabei deutlich weiter zurück. Ihre Wurzeln liegen im Kammerchor Hortus Musicus Feldkirch, gegründet von Gerhard Dallinger, der das Ensemble über beinahe zwei Jahrzehnte prägte. Nach dessen Rückzug formierten sich die Sängerinnen und Sänger im Jahr 2001 unter der Leitung von Martin Lindenthal neu und entwickelten den Chor zu einem profilierten A-cappella-Ensemble mit starker regionaler Präsenz.
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Ab 2010 übernahm Benjamin Lack die künstlerische Leitung und erweiterte das Repertoire um große oratorische Werke sowie Literatur von der Alten Musik bis zur Gegenwart, darunter auch mehrere Uraufführungen. In einer Übergangsphase führte Ulrich Mayr den Chor weiter und schärfte insbesondere dessen A-cappella-Kompetenz.
Mit Bariton Konstantin Krimmel, Mitgliedern des Symphonieorchesters Vorarlberg und Johannes Hämmerle an der Orgel erweitert sich das Programm um weitere Werke Franz Schuberts.