Fragmente einer anderen Wirklichkeit

Kultur / 19.05.2026 • 11:36 Uhr
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Im milK_ressort treffen Michael Mittermayers Bildwelten auf die Texte von Peter Natter.Michael Mittermayer

Die Arbeiten von Michael Mittermayer bewegen sich zwischen Überlagerung, Sprache und Erinnerung.

Göfis Die Ausstellung „DUAL _ Ganz was anderes“, die ab Freitag, dem 22. Mai bis zum 5. Juli jeweils sonntags von 14 bis 17 Uhrim milK_ressort zu sehen ist, bewegt sich zwischen Bild und Sprache, zwischen Lesen und Sehen sowie zwischen Spurensuche und poetischer Verdichtung. Bis zum 5. Juli werden dort Arbeiten des Innsbrucker Künstlers Michael Mittermayer und des Schriftstellers Peter Natter präsentiert. Die beiden Positionen ergänzen sich auf bemerkenswerte Weise und eröffnen zugleich ein Spannungsfeld, in dem die Grenzen zwischen bildender Kunst und Literatur zunehmend verschwimmen.

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Mittermayer verdichtet Gekritzeltes, Gefundenes und Geschenktes zu vielschichtigen Bildwelten.Michael Mittermayer


Michael Mittermayer, 1961 in Innsbruck geboren, gehört seit Jahrzehnten zu den stillen, eigenständigen Stimmen der österreichischen Gegenwartskunst, die sich jeder schnellen Vereinnahmung entziehen. Der gelernte Drucker und „Veteran” der schwarzen Kunst wurde von Büchern geprägt; sie bilden bis heute den geistigen Resonanzraum seines Schaffens. Alte Lexika, antiquarische Bilderbücher, Karten, Zeitschriften oder Druckseiten sammelt er, zerschneidet sie, überarbeitet sie, verschiebt sie und setzt sie neu zusammen. Dabei verdichtet sich Gekritzeltes, Gefundenes und Geschenktes zu vielschichtigen Bildwelten, die wie Fragmente eines imaginären Archivs wirken.

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Peter Natter versteht Sprache auch als Zeichenkörper und visuelle Struktur.Adolf Bereuter

Mittermayers Arbeiten kreisen um Überlagerung, Eingriff und Transformation. Mit Tusche, Edding, Schablonen oder Deckweiß entstehen lineare und kreisförmige Strukturen, die an technische Zeichnungen, kosmische Systeme oder archäologische Zeichen erinnern. Organisches trifft auf Geometrisches, Chaos auf Ordnung, Natur auf Künstlichkeit. Seine Werke verweigern sich einer schnellen Lesbarkeit und entfalten gerade dadurch ihre eigentümliche Kraft. Es sind Bilder, die Spuren sichtbar machen, Brüche offenlegen und die Betrachter:innen zum genauen Hinsehen zwingen.

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Michael Mittermayer.Michael Mittermayer

Ergänzt werden diese Arbeiten durch Texte von Peter Natter, geboren 1958 in Alberschwende. Der Literat versteht Sprache nicht nur als Träger von Inhalten, sondern auch als Zeichenkörper und visuelle Struktur. Bei ihm wird Schrift zum Bild und Texte werden zu architektonischen Gebilden. So entsteht ein Dialog zwischen Wort und Form, zwischen gedruckter Spur und poetischer Reflexion.