Himmlische Harmonien in Bregenz und Rankweil

Kultur / 10.06.2026 • 13:36 Uhr
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Der Bregenzer Kammerchor spannt in der Bregenzer Stadtpfarrkirche St. Gallus und in der Basilika Rankweil einen weiten musikalischen Bogen.Franz Satler

Der Bregenzer Kammerchor verbindet Chormusik aus mehreren Jahrhunderten mit Orgelwerken.

Bregenz Rankweil Unter dem Titel „Miserere“ stellt der Bregenzer Kammerchor zwei geistliche Konzerte in Bregenz und Rankweil unter das Thema des Flehens um Gottes Erbarmen. Am Samstag, 13. Juni, ist der von Hubert Herburger geleitete Chor um 20 Uhr in der Pfarrkirche St. Gallus in Bregenz zu hören. Am Sonntag, 14. Juni, folgt um 19 Uhr ein weiteres Konzert in der Basilika Rankweil, das in leicht veränderter Besetzung und mit einer Uraufführung im Rahmen der Basilika-Konzerte gestaltet wird.

Im Zentrum steht Gregorio Allegris berühmtes „Miserere“, eines der bekanntesten Werke der geistlichen Chorliteratur. Die Komposition, die lange Zeit mit der liturgischen Praxis der Sixtinischen Kapelle in Rom verbunden war, gilt bis heute als Inbegriff einer Musik, in der Schlichtheit, kunstvolle Mehrstimmigkeit und eine fast entrückte Klangwirkung zusammenfinden. Der Bregenzer Kammerchor stellt diesem Werk weitere A-cappella-Kompositionen gegenüber, die Bitte, Vertrauen und geistliche Sammlung aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten.

In Bregenz erklingen neben Allegri unter anderem Heinrich Schütz’ „Herr, auf dich traue ich“, Johann Sebastian Bachs Choral „Unter deinem Schirmen“ aus der Motette „Jesu, meine Freude“, Mykola Lyssenkos „Gebet“ nach einem ukrainischen Hymnus, Josef Gabriel Rheinbergers „Hymne“ aus den „Drei geistlichen Gesängen“ op. 69 sowie Giuseppe Verdis „Pater noster“. Zeitgenössische Akzente setzen Damijan Močnik mit „Verbum supernum prodiens“ und Thomas Thurnher mit „Memorare“. Damit spannt der Chor einen Bogen von frühbarocker Frömmigkeit bis in die Gegenwart.

Uraufführung

Zwischen den Chorblöcken gestaltet Organist Helmut Binder in St. Gallus ein eigenständiges Orgelprogramm. Zu hören sind Johann Sebastian Bachs Präludium und Fuge a-Moll BWV 551 sowie die „Alla breve“ BWV 589, außerdem Werke von Heinrich Scheidemann und Samuel Scheidt über „Erbarm dich mein, o Herre Gott“, Théodore Dubois’ „Hosannah“ und Peter Planyavskys „Das Gebet der Rebecca“.

Das Konzert in Rankweil übernimmt wesentliche Teile dieses Programms, setzt jedoch eigene Schwerpunkte. An der Orgel ist dort Barbara Salomon zu hören. Sie spielt unter anderem Nicolaus Bruhns’ Präludium in G-Dur, Josef Gabriel Rheinbergers Cantilene aus der elften Orgelsonate in d-Moll op. 148, Philip Glass’ „Mad Rush“ und Johann Sebastian Bachs Präludium e-Moll BWV 548. Einen besonderen Akzent erhält der Abend durch die Uraufführung eines „Ave Maria“ von Thomas Thurnher. Der Dornbirner Komponist hat das Werk im Auftrag der Basilika-Konzerte Rankweil geschrieben. Gemeinsam mit seinem ebenfalls erklingenden „Memorare“ tritt Thurnher als zeitgenössische Stimme hervor.

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Die beiden Konzerte zeigen den Bregenzer Kammerchor als Ensemble, das geistliche Chormusik als vielgestaltigen Ausdruck von Bitte, Vertrauen, Anrufung und musikalischer Konzentration versteht. Eintrittskarten für das Konzert in Bregenz kosten 20 Euro, für Jugendliche 10 Euro, und sind ab 19 Uhr an der Abendkassa erhältlich. Auch für das Basilika-Konzert in Rankweil gibt es Karten an der Abendkassa. Reservierungen sind unter karten@basilikakonzerte.at möglich.