Kunst hinter jeder Ecke: Die Montforter Zwischentöne eroberten Feldkirchs Altstadt

Kultur / 21.06.2026 • 11:53 Uhr
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Beim Spaziergang in den Sonnenuntergang wird auch ein Dach zur Bühne. Florian und Sarah Mistura

Mit überraschenden Performances an ungewöhnlichen Orten verwandelte das Festival die Stadt eine Woche lang in eine lebendige Bühne.

Feldkirch Mit ihrer ersten Sommerausgabe haben die Montforter Zwischentöne in der zweiten Juni-Woche ein neues Kapitel in ihrer Festivalgeschichte aufgeschlagen. Eine Woche lang verwandelte sich die Stadt Feldkirch in einen lebendigen Resonanzraum für Musik, Tanz, Begegnung und überraschende Perspektiven. Der Plan, dabei möglichst viele Menschen an außergewöhnlichen Orten, auf Straßen und Plätzen mit Performances zu überraschen und durch die Stadt mitzunehmen, sei sehr gut aufgegangen, teilt das Festivalteam um das künstlerische Leitungsduo Silvia Salzmann und Folkert Uhde mit.

Kunst hinter jeder Ecke: Die Montforter Zwischentöne eroberten Feldkirchs Altstadt
Übergangsorte der Stadt – Durchgänge, Unterführungen, Mauern und Plätze – wurden zu temporären Bühnen.

Besondere Aufmerksamkeit erhielten vor allem die Interventionen unter dem Titel “in the blink of an eye”. Übergangsorte der Stadt – Durchgänge, Unterführungen, Mauern und Plätze – wurden zu temporären Bühnen. Da tauchte an der einen Stelle der Kammerchor Feldkirch mit Chorwerken auf, an einem anderen Platz improvisierte ein Instrumentaltrio, bestehend aus Akkordeonist Raphael Brunner, Flötist Juan Diaz und Posaunistin Maxine Troglauer, und in manchem Tunnel verschmolz das Tanzensemble, bestehend aus Marina Rützler, Maartje Pasman, Fabian Tobias Huster, Sebastien Kapps, Joni Österlund und Silvia Salzmann, zu einer eindrucksvollen menschlichen Pforte.

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Das Instrumentaltrio “in the blink of an eye” überraschte die Besucher an verschiedenen Ecken der Stadt.

Immer wieder blieben Passanten stehen und ließen sich von Tanz, Musik und Performance in den Bann ziehen. “Genau diese Verbindung von Kunst, Stadt und Gemeinschaft möchten wir in den kommenden Jahren weiterentwickeln. Das Format lebt davon, dass Menschen nicht nur zuschauen, sondern Teil des Geschehens werden”, bilanziert Silvia Salzmann.

Ein besonderer Höhepunkt des Festivals war zudem “Die Nacht (ist nicht allein zum Schlafen da)” im Palais Liechtenstein. Der vielschichtige Abend verband Improvisation, Tanz, Partizipation und Konzert zu einem ebenso überraschenden wie mitreißenden Gesamterlebnis. Nach den “Improsessions” vom Ensemble Plus und dem Tanzensemble sowie der ebenso humorvollen wie verbindenden “Koreoke” mit Mirjam Steinbock, bei der das Publikum zu Musikvideos von Filmklassikern tanzte, verwandelte sich der Innenhof mit dem Konzert von “Yasmo & die Klangkantine” in einen pulsierenden Treffpunkt des Festivals.

“Die außergewöhnliche Atmosphäre und die große Resonanz haben noch einmal verdeutlicht, wie sehr Formate gefragt sind, die künstlerische Qualität mit Leichtigkeit, Gemeinschaft und echter Festivalstimmung verbinden”, sagt Folkert Uhde. Die Festivalausgabe für den Herbst, in dem Feldkirch vom 7. bis 29. November wieder zu einem Raum für musikalische, tänzerische und künstlerische Entdeckungen werden soll, steht bereits fest. Auch Teile der Interventionen von “in the blink of an eye” sollen dann als filmisches Bühnenbild in einem zweiten Teil, der Produktion “in the blink of an eye” im Montforthaus, wiederzuentdecken sein.

Die Herbst-Zwischentöne finden vom 7. bis 29.November 2026 statt