Eine Stimme der Vorarlberger Mundart ist verstummt

Adolf Vallaster ist im 86. Lebensjahr verstorben.
Mäder Mit Adolf Vallaster verliert Vorarlberg eine prägende Stimme der Mundartliteratur. Der aus Mäder stammende Dialektautor ist am 5. Juli 2026 verstorben. Geboren wurde Vallaster am 25. August 1940 in jener Gemeinde, der er zeitlebens eng verbunden blieb – beruflich, gesellschaftlich und literarisch.
Vallaster war gelernter Mechaniker, fand seine berufliche Heimat aber früh in der Gemeindeverwaltung. Von 1961 bis 2000 war er bei der Gemeinde Mäder beschäftigt, zunächst als Gemeindekassier, später als Gemeindesekretär. Über Jahrzehnte wirkte er damit an zentraler Stelle im öffentlichen Leben seiner Heimatgemeinde mit. Für seine Verdienste wurde ihm 2006 die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Mäder verliehen.
Bekannt wurde Adolf Vallaster jedoch vor allem als Autor, der der Vorarlberger Mundart eine eigene literarische Stimme gab. Seit den 1960er-Jahren schrieb er Dialektlyrik, aufmerksam, präzise und tief verwurzelt in der Sprache seiner Herkunft. Seine Texte hielten nicht nur Wörter und Wendungen fest, sondern auch Haltungen, Erinnerungen, Lebensweisen und Zwischentöne einer Region. Mundart war für ihn kein folkloristisches Beiwerk, sondern ein lebendiges Ausdrucksmittel.
Mit Büchern wie „Mir und da Rhi“, „Ma künt o schtill si“, „Biblisches – dütsch g’set“ oder „Kopfnüss“ hinterließ Vallaster ein umfangreiches Werk. Dabei arbeitete er wiederholt mit Künstlern und Fotografen zusammen, darunter Hugo Ender, Walter Khüny, Nikolaus Walter und Herbert Albrecht. Seine Publikationen zeigen einen Autor, der das Kleine ernst nahm, ohne es klein zu machen.
Über sein eigenes Schreiben hinaus war Vallaster ein wichtiger Förderer der Mundartszene. Er gehörte dem Vorarlberger Autorenverband „Literatur Vorarlberg“ an, war Mitglied des Internationalen Dialektinstitutes und leitete mehr als zwanzig Jahre lang Mundartseminare. Bis 2009 wirkte er zudem als stellvertretender Obmann des Katholischen Bildungswerkes Vorarlberg.
Adolf Vallaster blieb bis zuletzt geistig wach und der Sprache zugewandt. Mit ihm geht ein Autor, der Vorarlberger Mundart nicht nur bewahrte, sondern weiterentwickelte. Seine Stimme wird fehlen – in Mäder, in der Literatur und überall dort, wo Dialekt als Heimat des Denkens und Fühlens verstanden wird.