Eine Kurzfilmreise um die Welt

Die Alpinale zeigt in Bludenz 70 Kurzfilme aus 22 Ländern und zahlreiche Sonderprogramme.
Bludenz Von 11. bis 15. August wird Bludenz zum Treffpunkt der Kurzfilmszene. Die 41. Alpinale präsentiert 70 Produktionen aus 22 Ländern. Aus rund 1300 Einreichungen wählte das Festivalteam Kurzspiel-, Animations-, Horror- und Virtual-Reality-Filme und Vorarlberger Arbeiten aus. Von Dienstag bis Freitag laufen die Beiträge, am Samstag folgt die Preisverleihung.
Eine internationale Jury bewertet die Kategorien Kurzspielfilm und Animation. Eine zweite Jury entscheidet über das Blutige Goldene Einhorn für den besten Horrorfilm und über die Auszeichnungen für den besten VR-Film und die beste Vorarlberger Produktion in der Reihe v-shorts. Auch das Publikum wählt jeden Abend einen Favoriten und bestimmt damit den Publikumspreis.

Eröffnet wird das Festival am Dienstag mit „Arama“. Der deutsche Kurzspielfilm erzählt von einer Frau, die mit ihrem Kind in einem Frauenhaus lebt und zwischen Sprachbarrieren, Isolation und der Hoffnung auf einen Neuanfang ihren Weg sucht. In der Animation „Taut“ muss ein ausgestoßenes Wesen nach dem Verlust seiner Heimat eine neue Richtung finden. „Found & Lost“ schildert, wie ein syrischer Vater in Wien durch eine gut gemeinte Geste in moralische Konflikte gerät. Weitere Beiträge führen ins Los Angeles der 1970er-Jahre, beschäftigen sich mit Körperbild und Essstörungen oder setzen mit „Schlechte Menschen – Der Nörgler“ auf satirischen Humor.
Am Mittwoch stehen Trauer, verborgene Lebensgeschichten und zwischenmenschliche Brüche im Mittelpunkt. In „Ever After“ entdeckt eine Frau nach dem Tod ihres Mannes dessen geheimes Leben. „Drachenfangen“ begleitet ein Mädchen beim Umgang mit Abschied, während „Hasenfuß“ von Selbstzweifeln und Mut erzählt. „Soleil pâle“ thematisiert die Scham eines Jungen für den kranken Körper seines Vaters. Spannung verspricht „El revisor“, in dem eine ältere Frau einem vermeintlichen Gasprüfer begegnet.
„Alte weiße Tischtennisbälle“
Der Donnerstag beginnt mit „Ishaq“. Darin reist eine deutsche Großmutter nach dem Tod ihrer Tochter nach Irakisch-Kurdistan, um ihren Enkel kennenzulernen und eine folgenschwere Entscheidung zu treffen. „Ostrich“ erzählt von einem Spatz, der einem Strauß gleichen möchte, bevor er seinen eigenen Wert erkennt. Weitere Filme kreisen um plötzlichen Ruhm, familiäre Kontrolle, Entführung und Selbstakzeptanz.
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Sportlich startet der Freitag mit „Alte weiße Tischtennisbälle“. Ein schüchterner Spieler gerät zwischen seine Überzeugungen und das Schweigen seiner Vereinskollegen. „Šeimos albumas“ fragt nach familiärer Nähe ohne gemeinsame Vergangenheit, „Love Me Tender“ führt in die Welt des Online-Datings, und „Trance“ zeigt den Alltag einer jungen Sanitäterin. Mit „Une guitare à la mer“, „In Another Day“ und „Last Night Stand“ endet der internationale Wettbewerb.
Ergänzt wird das Programm durch weitere Schwerpunkte. Am Mittwoch und Donnerstag werden ab 17.30 Uhr insgesamt 13 Vorarlberger Kurzfilme gezeigt. Am Freitag richtet sich ein Kinderprogramm mit neun Beiträgen an Familien. Für Nervenkitzel sorgen am Donnerstag und Freitag jeweils gegen Mitternacht zwei Horror-Kurzfilmnächte mit je sechs Filmen. Zudem können ausgewählte VR-Produktionen mit bereitgestellten Brillen erlebt werden.
Die Filme laufen open air in Originalfassung mit deutschen oder englischen Untertiteln, bei schlechtem Wetter im Stadtsaal. Der Festivalpass kostet 40 Euro. Einzeltickets für den internationalen Wettbewerb sind im Vorverkauf um 13 Euro, an der Abendkassa um 15 Euro erhältlich. Wer online bucht und mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus Vorarlberg anreist, kann einen Gratis-Fahrschein nutzen.