Große Bestürzung über den Tod von Monika Helfer

Kultur / 03.08.2026 • 13:54 Uhr
ChatGPT Image 3. Aug. 2026, 12_36_48.png
Zahlreiche Persönlichkeiten erinnern an Monika Helfers sprachliche Kraft, ihre Menschlichkeit und ihre besondere Nähe zu den Menschen.Sepp Dreissinger

Künstler, Politiker und Weggefährten erinnern an eine unverwechselbare Erzählerin und einen außergewöhnlichen Menschen.

Hohenems Mit großer Bestürzung haben Menschen weit über Vorarlberg hinaus auf den tragischen Tod von Monika Helfer reagiert. Politiker, Schriftsteller, Weggefährten und Vertreter des kulturellen Lebens würdigten die Verstorbene als eine der bedeutendsten Erzählerinnen der Gegenwart, als außergewöhnlichen Menschen und als Autorin, deren Werke bleiben werden.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen erinnerte an die besondere Fähigkeit Helfers, das scheinbar Alltägliche in große Literatur zu verwandeln. „Wenige konnten das einfache Leben mit so viel Eleganz und Würde wiedergeben wie Monika Helfer. Ihre einfühlsame Stimme hat die österreichische Literatur mit jedem Buch mehr bereichert.“

Kulturminister Andreas Babler hatte die Schriftstellerin erst vor Kurzem bei den Bregenzer Festspielen persönlich kennengelernt. Er sei ihr dort „als außergewöhnlichem Menschen“ begegnet, schrieb Babler. „Ihre Bücher haben viele Menschen bewegt und werden durch ihre sprachliche Kraft und Menschlichkeit in Erinnerung bleiben.“

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig würdigte Helfer als eine der prägenden Stimmen der österreichischen Gegenwartsliteratur. Mit ihrer unverwechselbaren Sprache und ihrer besonderen Art des Erzählens habe sie Werke geschaffen, die weit über Österreich hinaus gelesen und geschätzt würden. Wien sei für die Autorin über viele Jahre ein wichtiger Ort des literarischen Lebens und des Austauschs gewesen. „Ihr literarisches Schaffen hat die österreichische Literatur nachhaltig bereichert“, erklärte Ludwig.

Auch Werner Kogler, Kultursprecher der Grünen, zeigte sich tief betroffen. „Monika Helfer hat mit ihrer klaren, präzisen Sprache und ihrem feinen Blick auf Menschen und ihre Geschichten die österreichische Literatur geprägt. Ihre Werke haben gezeigt, wie kraftvoll Literatur sein kann. Mit ihrem Tod verliert Österreich eine große Schriftstellerin.“

Wohlverdiente Triumphe

Besonders persönlich fiel die Erinnerung des Vorarlberger Musikers und Filmemachers Reinhold Bilgeri aus. Hinter Helfers zurückhaltendem Auftreten habe sich eine große Entschlossenheit verborgen: „So schüchtern Monika in der Öffentlichkeit wirkte, so unbestechlich und laut war ihre Kraft, die Dinge mit ihrer schnörkellosen Sprache beim Namen zu nennen.“ Das „trotzige, freche Mädel ihrer Kindheit“ habe sie nie wirklich verlassen. Es sei schön gewesen mitzuerleben, wie Helfer nach all den Schlägen, die das Leben für sie und Michael Köhlmeier bereithielt, die wohlverdienten Triumphe ihrer Arbeit feiern konnte. „Ich werde sie und ihre Wahrhaftigkeit sehr vermissen“, erklärte Bilgeri.

Landeshauptmann Markus Wallner und Kulturlandesrätin Barbara Schöbi-Fink würdigten Helfer als herausragende Schriftstellerin und unverwechselbare Erzählerin. „Eine der bedeutendsten literarischen Stimmen unseres Landes ist verstummt“, erklärten sie. Wallner hob besonders hervor, dass Helfer mit ihrem literarischen Schaffen das Bild Vorarlbergs weit über die Landesgrenzen hinausgetragen habe. Ihr Werk sei tief in Vorarlberg verwurzelt und zugleich von universeller Bedeutung.

Auch Schöbi-Fink betonte die außergewöhnliche sprachliche und menschliche Kraft der Autorin: „Mit großer sprachlicher Kraft und menschlicher Tiefe hat Monika Helfer Vorarlberg weit über seine Grenzen bekannt gemacht, die Literaturlandschaft nachhaltig bereichert und eine unverwechselbare Stimme hinterlassen.“ Mit ihren Werken habe sie Generationen von Leserinnen und Lesern inspiriert. Helfer habe die Literatur und das kulturelle Leben Vorarlbergs über Jahrzehnte entscheidend mitgeprägt, hielten Wallner und Schöbi-Fink fest. Ihr Werk werde bleiben und weiterhin viele Menschen berühren.

Mit ihrem Tod verlieren wir Schönheit

In ihrer Heimatstadt Hohenems gehörte Monika Helfer über Jahrzehnte zum vertrauten Bild. Bürgermeister Dieter Egger erinnerte an die Schriftstellerin als Spaziergängerin im Ort und an ihre zahlreichen Lesungen: „Monika Helfer war ein wichtiger Teil von Hohenems und bleibt es.“ Die Stadt trauere um eine hochgeschätzte Persönlichkeit, die das gesellschaftliche und kulturelle Leben nachhaltig geprägt habe.

Jo Lendle, Verleger des Hanser Verlags: „Monika Helfer hat mit ihrer geraden, klaren, wahrhaftigen Literatur die Welt lebendiger gemacht“, erklärte er. „Mit ihrem Tod verlieren wir Schönheit.“

In nahezu allen Reaktionen kehrte ein Gedanke wieder: Monika Helfer besaß die seltene Gabe, mit einer klaren, unaufdringlichen Sprache von den großen Dingen des Lebens zu erzählen. Sie schrieb über Herkunft und Familie, über Liebe, Verlust und Verletzlichkeit und verlieh gerade jenen Menschen Würde, die leicht übersehen werden. Die große Trauer über ihren Tod zeigt, wie tief ihre Bücher und ihre Persönlichkeit gewirkt haben.